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Mikwe

Mikwe, deutsch früher Judenbad, bezeichnet im Judentum das Tauchbad, dessen Wasser nicht nur der Hygiene, sondern der Reinigung von ritueller Unreinheit durch Untertauchen dient. Als rituell unrein gelten nach jüdischer Tradition zum Beispiel Tot ...

                                               

Milchküche (Judentum)

Unter einer Milchküche wird im Judentum eine Küche verstanden, in der ausschließlich Milchgerichte gefertigt werden. Im Gegensatz dazu versteht man unter einer Fleischküche eine Küche, in der nur Gerichte, die Fleisch enthalten, zubereitet werden.

                                               

Minjan

Minjan ist im Judentum das Quorum von zehn oder mehr im religiösen Sinne mündigen Juden, das nötig ist, um einen vollständigen jüdischen Gottesdienst abzuhalten. Dieser findet im Regelfall in einer Synagoge statt. Im orthodoxen Judentum sind stet ...

                                               

Muktza

Muktza hebräisch für "abgesondert", ist ein Begriff in der Halacha für Gegenstände, die am Sabbat nicht bewegt oder benutzt werden dürfen. Dahinter steht, dass diese Aktivitäten vom Sinn des Sabbats ablenken könnten. Es gibt vier Hauptkategorien ...

                                               

Pikuach Nefesch

Pikuach Nefesch ist ein Begriff aus dem jüdischen Recht und bedeutet wörtlich "Aufsicht/Wachen über die Seele", in übertragener Bedeutung "Rettung aus Lebensgefahr". Der Begriff bezieht sich ursprünglich auf den zulässigen Bruch der Sabbatgesetze ...

                                               

Pilegesch

Pilegesch, auch Kebsweib ist ein hebräischer Begriff für eine Konkubine, deren rechtliche Stellung sich von der einer Ehefrau nur durch die Form der Eheschließung und ihre güterrechtlichen Ansprüche unterschied.

                                               

Posek

Ein Posek ist ein jüdischer Gelehrter, der eine bindende Entscheidung bei der Auslegung von religiösen Gesetzen treffen kann, die jüdisch-orthodoxe Lebensführung betreffen. Ein Dezisor legt seine Gesetzesinterpretation entweder schriftlich nieder ...

                                               

Sabbat-Lift

Ein Sabbat-Lift, auch als Sabbat-Fahrstuhl bezeichnet, ist eine eigens konfigurierte Aufzuganlage, die von Juden nach bestimmten Auslegungen des jüdischen Rechts am Sabbat ohne Betätigung elektrischer Schalter oder Türen benutzt werden kann.

                                               

Sabbat-Modus

Der Sabbat-Modus ist eine Einstellung von elektrisch betriebenen Geräten und Einrichtungen, die orthodoxen Juden deren Gebrauch während der Sabbatruhe und jüdischer Feste ermöglichen soll. Die Einstellung verändert die normale Steuerung der Gerät ...

                                               

Saw (Hebräisch)

Diese Unreinheit ist entstanden durch Samenerguss im Fall von Gonorrhö. Die Bedingungen für die Reinigung von ritueller Unreinheit des זָב Saw; dt. "Ausfluss" umfassen sieben Tage ohne Samenerguss, folgende Ablution und das Darbringen von Korbano ...

                                               

Sawa (Hebräisch)

Sawa bedeutet in der Fachsprache der Torah den Zustand der rituellen Unreinheit einer Frau als "Blutflüssige", außerhalb der Menstruation. Der Zustand der sawa beginnt, nachdem die übliche Blutung innerhalb des Menstruationszyklus aufgehört hat.

                                               

Schläfenlocken

Schläfenlocken sind nach der Halacha von jüdischen Männern zu tragen. Das Tragen von Schläfenlocken und Bart geht auf ein Gebot der Tora zurück: Viele streng religiöse Juden, insbesondere Chassidim, halten sich daran. Die Länge des Haars ist in d ...

                                               

Semicha

Semicha, auch Semichah und Smicha, im Hebräischen auch סְמִיכָה לְרַבָּנוּת, AHL sĕmiḵa lĕ-Rabbanuṯ ‚rabbinisches Auflegen oder סְמִיכוּת, AHL sĕmiḵuṯ ‚Auflegung) bezeichnet im Judentum die formelle Einsetzung als Rabbiner. Durch die Semicha wird ...

                                               

Steinigung

Die Steinigung ist eine jahrtausendealte Art der Hinrichtung. Sie wird von Menschengruppen ausgeführt, die oft bis zur Hüfte oder unter die Brust eingegrabene Person durch Steinwürfe auf ihren Kopf und Oberkörper töten. Diese Praxis war im Altert ...

                                               

Tahara

Tahara bezeichnet im Judentum den Status der rituellen Reinheit. Das dazugehörige Adjektiv tahor bedeutet so viel wie "tauglich zum Betreten des Tempels" oder "tauglich für die Darbringung eines Opfers". Tahara wird ebenfalls als Bezeichnung für ...

                                               

Tame (Hebräisch)

Tame, hebräisch טמא, im Deutschen meist mit "unrein" wiedergegeben, stammt aus der Tora und steht adjektivisch für Personen oder Objekte im Status der rituellen Unreinheit. Das Gegenwort zu tame bzw. Tum’a טֻּמְאָה Substantiv ist tahor Adjektiv b ...

                                               

Taqqanot

Taqqanot bezeichnen im Judentum Verordnungen, Vorschriften oder Einrichtungen/Institutionen, die im Laufe der Zeit eingeführt wurden, im engeren Sinne diejenigen nach Abschluss der talmudischen Periode. Sie umfassen und regeln religiöse, moralisc ...

                                               

Temporale Stunde

Temporale Stunden oder Temperoralstunden, auch biblische oder jüdische Stunden sowie antike oder römische Stunden, lateinisch horae temporales, ist die Bezeichnung für die über das Jahr nicht gleich lang bleibenden gleichen Abschnitte, in die ein ...

                                               

Zedaka

Zedaka, auch Tzedaka, übersetzt: "Wohltätigkeit", ist ein jüdisches Gebot. Zedaka spielt in der jüdischen Tradition eine wichtige Rolle. Jüdische Männer und Frauen sind ihr gleichermaßen verpflichtet. Nach Maimonides gibt es acht Stufen der Zedak ...

                                               

Zniut

Der Begriff Zniut ist hebräisch und bedeutet auf deutsch Sittsamkeit oder Bescheidenheit. Man bezeichnet damit die Grenzen, wie sich religiöse Juden in der Öffentlichkeit anziehen und verhalten sollen, also eine Art Verhaltenskodex. Das Ziel ist ...

                                               

ʿAbdallāh ibn al-Hurr al-Qaisī

ʿAbdallāh ibn al-Hurr al-Qaisī, Variante: al-ʿAbsī, al-ʿAnsī, wird von Ibn ʿAsākir in seiner monumentalen Stadtgeschichte von Damaskus genannt. Er ist wahrscheinlich vor der Zeit der Prophetie Mohammeds geboren, hatte allerdings keine direkten Ko ...

                                               

Adat

Adat ist die Bezeichnung für das ungeschriebene Recht vor allem in indonesischen Kulturen. Es wird auch in anderen islamischen und hinduistischen Kulturen Asiens gebraucht. Das Adat -Recht steht häufig als Parallelstruktur neben dem kodifizierten ...

                                               

Ägyptisches Fatwa-Amt

Das Ägyptische Fatwa-Amt ist ein Zentrum für islamische Rechtsfragen in Ägypten. Es wurde 1895 aufgrund eines Dekrets des letzten Khediven Abbas Hilmi Pascha gegründet. Das Rechtsgutachtergremium wird vom Großmufti von Ägypten geleitet. Neben der ...

                                               

Arabische Charta der Menschenrechte

Die Arabische Charta der Menschenrechte ist eine 2004 beschlossene Erklärung der Mitgliedstaaten der Arabischen Liga, welche näher an der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist, als die von der Organisation für Islamische Zusammenarbeit 199 ...

                                               

Ashāb al-hadīth

Ashāb al-hadīth, auch ahl al-hadīth oder Traditionarier genannt, sind die Anhänger und Verfechter des auf die Sunna des Propheten Mohammed zurückgeführten islamischen Traditionalismus. Daher nennt man sie auch muhaddithun / Sing. muhaddith محدث, ...

                                               

Auspeitschung

Das Auspeitschen, auch Flagellation, Geißeln oder Geißelung ist das Zufügen extremer körperlicher Schmerzen durch Schläge mit einer Peitsche, einer Rute oder einem Rohrstock. Praktiziert wurde bzw. wird die Flagellation als Strafe, als religiöse ...

                                               

Ameneh Bahrami

Ameneh Bahrami ist eine iranische Frau und Opfer eines Säureattentats, durch das sie entstellt wurde und das zu ihrer vollständigen Erblindung führte. International bekannt wurde sie durch ihr Beharren darauf, den Täter zu blenden. Im Juli 2011 v ...

                                               

Berât

Ein Berât war ein osmanisches Dokument, ein Erlass des Sultans mit Gesetzeskraft. Weitere Übersetzungen sind "Edikt" oder "Dekret". Mit einem Berât wurden öffentliche Ämter besetzt sowie Privilegien wie Steuerpacht und Lehen vergeben. So wurden d ...

                                               

Bidʿa

Bidʿa ist ein Konzept der islamischen Theologie und Jurisprudenz, das eine religiöse Neuerung kennzeichnet, die sich nicht auf den Koran und die Sunna zurückführen lässt, sondern allein auf menschlichen Überlegungen beruht. Grundsätzlich gelten d ...

                                               

Bilâd-ı selâse

Bilâd-ı selâse war ein Ausdruck in der Bürokratie des Osmanischen Reiches, der zumeist die in der unmittelbaren Umgebung Istanbuls gelegenen Kadı-Amtsbezirke von Eyüp, Galata und Üsküdar bezeichnete, sehr viel seltener auch die Kadı-Amtsbezirke v ...

                                               

Brautgabe

Die Brautgabe ist noch heute im Orient üblich und keinesfalls mit einem Brautpreis gleichzusetzen, mit dem die Frau "erkauft" wird, oder mit der Morgengabe. Die Brautgabe wird der Braut entgolten, nicht ihrem Vater. In den meisten Fällen ist eine ...

                                               

Bundes-Schariagericht

Das Bundes-Schariagericht von Pakistan entscheidet darüber, ob die Gesetze des Landes mit dem islamischen Recht konform sind. Außerdem fungiert es als Rechtsmittelgericht bei Hadood-Straftaten. Es besteht aus acht muslimischen Richtern, die nach ...

                                               

Chulʿ

Chulʿ bezeichnet in der islamischen Rechtswissenschaft den Selbstloskauf der Frau aus der Ehe durch Rückerstattung der Brautgabe oder eines Teils davon. Der Chulʿ wird von seinen rechtlichen Folgen her der unwiderruflichen Scheidung und Verstoßun ...

                                               

Hans-Georg Ebert

Hans-Georg Ebert ist ein deutscher Rechts- und Islamwissenschaftler. Von 1998 bis zur Emeritierung im Juli 2019 war er Professor für Islamisches Recht an der Universität Leipzig.

                                               

Fard (Islam)

Als Fard gelten im Islam solche Verpflichtungen, die der Muslim im Ritualleben bedingungslos zu erfüllen hat. Es ist eine der fünf Verpflichtungskategorien. Das zugehörige Verb ist farada bzw. iftarada und kommt entsprechend in der Bedeutung von: ...

                                               

Fatwa

Eine Fatwa ist eine von einer muslimischen Autorität auf Anfrage erteilte Rechtsauskunft, die dem Zweck dient, ein religiöses oder rechtliches Problem zu klären, das unter Angehörigen des Islam aufgetreten ist. Derjenige, der die Rechtsauskunft e ...

                                               

Ferman

Ein Ferman ist ein Erlass, ein Dekret, eine Vollmacht oder eine Verordnung eines Souveräns in islamischen Ländern. Die Urkunde wird von ihm oder einem seiner damit beauftragten Minister unterzeichnet. Der Begriff hat seinen Ursprung im persischen ...

                                               

Fiqh

Fiqh bezeichnet im islamischen Wissenschaftssystem diejenige Disziplin, die sich mit den religiösen Normen befasst. Der Begriff wird mit "islamische Rechtswissenschaft" oder "islamische Jurisprudenz" übersetzt. Ein Spezialist auf dem Gebiet des F ...

                                               

Fiqh-Rat von Nordamerika

Fiqh-Rat von Nordamerika in den Vereinigten Staaten von Amerika ist ein 1986 gebildetes Gremium von bekannten islamischen Gelehrten, die Muslime bei der Anwendung des Scharia-Rechtes in nordamerikanischen Kontext berät. Muzammil H. Siddiqui, sein ...

                                               

Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht

Die Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht e.V. ist eine 1997 in Bonn gegründete wissenschaftliche Vereinigung, die sich mit Rechtsordnungen und Rechtspraxen des europäischen und des islamischen, insbesondere des arabischen Raums befas ...

                                               

Gharar

Im Islam sowie den Rechtsquellen der Scharia, Fiqh und Sunna gibt es drei Verbote arabisch Harām, die durch Muslime zu beachten sind. Das absolute Zinsverbot arabisch Ribā verlangt, dass bei Geschäften keine Zinsen berechnet werden dürfen. Nach S ...

                                               

Das goldene Buch (Fatwa)

Das Goldene Buch enthält im Wesentlichen die "Fatwa von Kairo" aus dem Jahre 2006, in der erklärt wird, dass die Beschneidung weiblicher Genitalien gegen die Grundsätze des Korans und damit auch gegen die Grundsätze des Islams verstößt. Es soll ü ...

                                               

GroSmufti von Ägypten

Großmufti von Ägypten ist ein hohes traditionelles religiöses Amt in Ägypten. Er leitet das Rechtsgutachtergremium des Zentrums für islamische Rechtsfragen, dem Haus der Fatwa, das 1895 gegründet wurde. Das Amt ist dem Justizministerium nachgeord ...

                                               

Hadīth qudsī

Der Hadīth qudsī manchmal auch hadith ilahi oder rabbani genannt, ist eine besondere Form des Hadith. Im Gegensatz zum Gros der Hadithe ist ein Hadith qudsi nach islamischem Verständnis nicht prophetischen, sondern göttlichen Ursprungs.

                                               

Harām

Harām ist ein arabisches Adjektiv, das im Islam alles dasjenige bezeichnet, was nach der Scharīʿa unantastbar, unberührbar, unverletzlich, heilig, geheiligt oder aber verflucht, fluchbeladen bzw. verboten ist. In seiner Bedeutung ähnelt es im Deu ...

                                               

Hiyal

Hiyal sind im islamischen Recht bestimmte Kniffe, die angewandt werden, um normative Beschränkungen der Scharia zu umgehen. Der Schein der Legalität wird dabei gewahrt.

                                               

Idschara

Idschara ist im islamischen Finanzwesen ein islamkonformes Finanzierungsinstrument, das dem konventionellen Leasing sehr ähnlich ist.

                                               

Idschāza

Idschāza ist ein Begriff aus dem islamischen Unterrichtswesen, der ursprünglich die Autorisierung eines Schülers durch seinen Lehrer für die Weitervermittlung eines Textes, Buches oder einer Lehrtradition bezeichnet.

                                               

Internationale Islamische Fiqh-Akademie

Die Internationale Islamische Fiqh-Akademie mit Sitz in Dschidda ist eine Institution der Organisation für Islamische Zusammenarbeit, die sich mit der Fortbildung des islamischen Rechts befasst. Sie wurde 1974 auf Beschluss des zweiten Gipfeltref ...

                                               

Islamische Fiqh-Akademie (Indien)

Die Islamische Fiqh-Akademie mit Sitz in Delhi, Indien, ist eine der führenden islamischen Fiqh-Organisationen in Indien. Sie wurde 1988 gegründet und 1990 als Wohltätigkeitsstiftung eingetragen. Ihr erster Generalsekretär war der indische islami ...

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