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ⓘ Fotografie oder Photographie bezeichnet: das dauerhafte Lichtbild, das durch fotografische Verfahren hergestellt wird; dabei kann es sich entweder um ein Positi ..

                                               

Chronologie der Fotografie

Wichtige Entwicklungen: Einführung der Digitalfotografie; Spiegelreflexkameras mit Autofokus; Belichtungsautomatiken werden Standard; Steuerung zahlreicher Funktionen durch Mikroprozessortechnik.

                                               

Selbstbildnis

Ein Selbstbildnis oder Selbstporträt ist eine Selbstdarstellung der Physiognomie eines bildenden Künstlers mit den Mitteln der Malerei, Grafik, Plastik oder Fotografie.

                                               

Architekturfotografie

Die Architekturfotografie beschäftigt sich mit der fotografischen Abbildung von Architektur. Sie ist die Wechselwirkung von visueller Raumwahrnehmung und fotografischer Raumdarstellung. Die Architekturfotografie steht in einer engen Beziehung zu den Genres der Sachfotografie, Industriefotografie und Landschaftsfotografie. Die Architekturfotografie als Genre ist so alt wie die Fotografie selbst und wurde bereits von den Pionieren als Thema gewählt. Gleichzeitig ist sie ein wichtiger Teilbereich der fotografischen Ausbildung.

                                               

Digitalfotografie

Als Digitalfotografie wird die Fotografie mit Hilfe einer digitalen Fotokamera oder einer Kamera mit digitaler Rückwand bezeichnet. Die technischen Grundlagen der Digitalfotografie weichen von der klassischen, optochemisch basierten Fotografie ab und ähneln, insbesondere bei der Bildwandlung, einerseits der Videotechnik, andererseits den bildgebenden Verfahren. Nicht-digitale Fotos gescannt digitalisiert werden nicht als digitale Fotografie, sondern als digitale Bildbearbeitung bezeichnet.

                                               

Makrofotografie

In der Makrofotografie wird ein Objekt so vor der Kamera positioniert, dass es auf der Aufnahme sehr groß und detailliert wiedergegeben wird. Im engeren Sinne spricht man von Makrofotografie, wenn das Bild des Objekts auf dem Kamerasensor genauso groß erscheint wie das Objekt selbst; der Abbildungsmaßstab ist dann exakt 1, auch als 1:1 dargestellt. Dies ist auch der bei Makroobjektiven häufig vorzufindende maximale Abbildungsmaßstab. Fotografie mit größeren Abbildungsmaßstäben, bei denen das Objekt auf dem Film sehr viel größer abgebildet wird, bezeichnet man als Mikrofotografie. In der No ...

                                               

Dokumentarfotografie

Die Dokumentarfotografie ist eine Art des Fotografierens, deren Motivation es ist, ein fotografisches Dokument herzustellen, das für das Festhalten der Realität, als Zeit-Dokument, als Appell oder auch Warnung genutzt werden soll. Diese fotografischen Dokumente stellen dabei jedoch keine objektive, sondern eine subjektive oder ideologische Betrachtung zumeist mit sozialkritischem Hintergrund dar. Der Begriff "Dokument" stammt von dem lateinischen Ausdruck documentum = beweisende Urkunde. Der Begriff "Dokumentarfotografie" wurde in den USA der 1930er Jahre im Zusammenhang mit der Großen Dep ...

Fotografie
                                     

ⓘ Fotografie

English version: Photography

Fotografie oder Photographie bezeichnet:

  • das dauerhafte Lichtbild, das durch fotografische Verfahren hergestellt wird; dabei kann es sich entweder um ein Positiv oder ein Negativ auf Film, Folie, Papier oder anderen fotografischen Trägern handeln. Fotografische Aufnahmen werden als Abzug, Vergrößerung, Filmkopie oder als Ausbelichtung bzw. Druck von digitalen Bild-Dateien vervielfältigt. Der entsprechende Beruf ist der Fotograf.
  • Bilder, die für das Kino aufgenommen werden. Beliebig viele fotografische Bilder werden in Reihen von Einzelbildern auf Film aufgenommen, die später mit einem Filmprojektor als bewegte Bilder Laufbilder vorgeführt werden können siehe Film.
  • eine bildgebende Methode, bei der mit Hilfe von optischen Verfahren ein Lichtbild auf ein lichtempfindliches Medium projiziert und dort direkt und dauerhaft gespeichert analoges Verfahren oder in elektronische Daten gewandelt und gespeichert wird digitales Verfahren.
                                     

1. Begriff

Der Begriff Photographie wurde erstmals noch vor englischen oder französischen Veröffentlichungen am 25. Februar 1839 vom Astronomen Johann Heinrich von Mädler in der Vossischen Zeitung verwendet. Bis ins 20. Jahrhundert bezeichnete Fotografie alle Bilder, welche rein durch Licht auf einer Oberfläche entstehen.

                                     

2. Schreibweise

Bereits mit der deutschen Rechtschreibreform 1901 wurde die Schreibweise "Fotografie" empfohlen, was sich jedoch bis heute noch nicht ganz durchsetzen konnte. Auch der Duden empfiehlt "Fotografie". Die Kurzform "Foto" und das Verb "fotografieren" gelten als vollständig in die deutsche Sprache integriert und sollen seit der deutschen Rechtschreibreform 1996 nicht mehr mit "ph" geschrieben werden. Gemischte Schreibungen wie "Fotographie" oder "Photografie" sowie daraus abgewandelte Adjektive oder Substantive waren jedoch zu jeder Zeit falsche Schreibweisen.

                                     

3. Allgemeines

Die Fotografie ist ein Medium, das in sehr verschiedenen Zusammenhängen eingesetzt wird. Fotografische Abbildungen können beispielsweise Gegenstände mit primär künstlerischem künstlerische Fotografie oder primär kommerziellem Charakter sein Industriefotografie, Werbe- und Modefotografie. Die Fotografie kann unter künstlerischen, technischen Fototechnik, ökonomischen Fotowirtschaft und gesellschaftlich-sozialen Amateur-, Arbeiter- und Dokumentarfotografie Aspekten betrachtet werden. Des Weiteren werden Fotografien im Journalismus und in der Medizin verwendet.

Die Fotografie ist teilweise ein Gegenstand der Forschung und Lehre in der Kunstgeschichte und der noch jungen Bildwissenschaft. Der mögliche Kunstcharakter der Fotografie war lange Zeit umstritten, ist jedoch seit der fotografischen Stilrichtung des Piktorialismus um die Wende zum 20. Jahrhundert letztlich nicht mehr bestritten. Einige Forschungsrichtungen ordnen die Fotografie der Medien- oder Kommunikationswissenschaft zu, auch diese Zuordnung ist umstritten.

Im Zuge der technologischen Weiterentwicklung fand zu Beginn des 21. Jahrhunderts allmählich der Wandel von der klassischen analogen Silber-Fotografie hin zur Digitalfotografie statt. Der weltweite Zusammenbruch der damit in Zusammenhang stehenden Industrie für analoge Kameras aber auch für Verbrauchsmaterialien führt dazu, dass die Fotografie mehr und mehr auch unter kulturwissenschaftlicher und kulturhistorischer Sicht erforscht wird. Allgemein kulturelle Aspekte in der Forschung sind z. B. Betrachtungen über den Erhalt und die Dokumentation der praktischen Kenntnis der fotografischen Verfahren für Aufnahme und Verarbeitung aber auch der Wandel im Umgang mit der Fotografie im Alltag. Zunehmend kulturhistorisch interessant werden die Archivierungs- und Erhaltungstechniken für analoge Aufnahmen aber auch die systemunabhängige langfristige digitale Datenspeicherung.

Die Fotografie unterliegt dem komplexen und vielschichtigen Fotorecht; bei der Nutzung von vorhandenen Fotografien sind die Bildrechte zu beachten.

                                     

4. Fototechnik

Prinzipiell wird meist mit Hilfe eines optischen Systems, in vielen Fällen einem Objektiv, fotografiert. Dieses wirft das von einem Objekt ausgesendete oder reflektierte Licht auf die lichtempfindliche Schicht einer Fotoplatte, eines Films oder auf einen fotoelektrischen Wandler, einen Bildsensor.

                                     

4.1. Fototechnik Fotografische Kameras

Der fotografischen Aufnahme dient eine fotografische Apparatur Kamera. Durch Manipulation / Veränderung des optischen Systems stehen einem Fotografen zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten offen. Als vielseitigste Fotoapparatbauform hat sich sowohl im Analog- als auch im Digitalbereich die Spiegelreflexkamera durchgesetzt. Für viele Aufgaben werden weiterhin die verschiedensten Spezialkameras benötigt und eingesetzt.

                                     

4.2. Fototechnik Lichtempfindliche Schicht

Bei der filmbasierten Fotografie z. B. Silber-Fotografie ist die lichtempfindliche Schicht auf der Bildebene eine Dispersion im allgemeinen Sprachgebrauch Emulsion. Sie besteht aus einem Gel, in dem gleichmäßig kleine Körnchen eines Silberhalogenids zum Beispiel Silberbromid verteilt sind. Je kleiner die Körnung ist, umso weniger lichtempfindlich ist die Schicht siehe ISO-5800-Standard, umso besser ist allerdings die Auflösung "Korn". Dieser lichtempfindlichen Schicht wird durch einen Träger Stabilität verliehen. Trägermaterialien sind Zelluloseacetat, früher diente dazu Zellulosenitrat Zelluloid, Kunststofffolien, Metallplatten, Glasplatten und sogar Textilien siehe Fotoplatte und Film.

Bei der Digitalfotografie besteht das Äquivalent der lichtempfindlichen Schicht aus Chips wie CCD- oder CMOS-Sensoren.

                                     

4.3. Fototechnik Entwicklung und Fixierung

Durch das Entwickeln bei der filmbasierten Fotografie wird auf chemischem Wege das latente Bild sichtbar gemacht. Beim Fixieren werden die nicht belichteten Silberhalogenid-Körnchen wasserlöslich gemacht und anschließend mit Wasser herausgewaschen, sodass ein Bild bei Tageslicht betrachtet werden kann, ohne dass es nachdunkelt.

Ein weiteres älteres Verfahren ist das Staubverfahren, mit dem sich einbrennbare Bilder auf Glas und Porzellan herstellen lassen.

Mit Ausnahme von Rohdaten RAW-Dateien müssen digitale Bilddateien nicht entwickelt werden, um sie am Monitor betrachten oder verarbeiten zu können; sie werden elektronisch gespeichert und können anschließend mit der elektronischen Bildbearbeitung am Computer bearbeitet und bei Bedarf auf Fotopapier ausbelichtet oder beispielsweise mit einem Tintenstrahldrucker ausgedruckt werden. Rohdaten werden vorab mittels spezieller Entwicklungssoftware oder RAW-Konvertern am Computer in nutzbare Formate z. B. JPG, TIF gebracht, was als digitale Entwicklung bezeichnet wird.

                                     

4.4. Fototechnik Der Abzug

Als Abzug bezeichnet man das Ergebnis einer Kontaktkopie, einer Vergrößerung oder einer Ausbelichtung ; dabei entsteht in der Regel ein Papierbild. Abzüge können von Filmen Negativ oder Dia oder von Dateien gefertigt werden.

Abzüge als Kontaktkopie haben dieselbe Größe wie die Abmessungen des Aufnahmeformats; wird eine Vergrößerung vom Negativ oder Positiv angefertigt, beträgt die Größe des entstehenden Bildes ein Vielfaches der Größe der Vorlage, dabei wird jedoch in der Regel das Seitenverhältnis beibehalten, das bei der klassischen Fotografie bei 1.5 bzw. 3:2 oder in USA 5:4 liegt. Eine Ausnahme davon stellt die Ausschnittvergrößerung dar, deren Seitenverhältnis in der Bühne eines Vergrößerers beliebig festgelegt werden kann; allerdings wird auch die Ausschnittvergrößerung in der Regel auf ein Papierformat mit bestimmten Abmessungen belichtet.

Der Abzug ist eine häufig gewählte Präsentationsform der Amateurfotografie, die in speziellen Kassetten oder Alben gesammelt werden. Bei der Präsentationsform der Diaprojektion arbeitet man in der Regel mit dem Original-Diapositiv, also einem Unikat, während es sich bei Abzügen immer um Kopien handelt.

                                     

5.1. Geschichte der Fotografie Vorläufer und Vorgeschichte

Der Name Kamera leitet sich vom Vorläufer der Fotografie, der Camera obscura "Dunkle Kammer" ab, die bereits seit dem 11. Jahrhundert bekannt ist und Ende des 13. Jahrhunderts von Astronomen zur Sonnenbeobachtung eingesetzt wurde. Anstelle einer Linse weist diese Kamera nur ein kleines Loch auf, durch das die Lichtstrahlen auf eine Projektionsfläche fallen, von der das auf dem Kopf stehende, seitenverkehrte Bild abgezeichnet werden kann. In Edinburgh und Greenwich bei London sind begehbare, raumgroße Camerae obscurae eine Touristenattraktion. Auch das Deutsche Filmmuseum hat eine Camera obscura, in der ein Bild des gegenüberliegenden Mainufers projiziert wird.

Ein Durchbruch war 1550 die Wiedererfindung der Linse, mit der hellere und gleichzeitig schärfere Bilder erzeugt werden können. 1685 wurde der Ablenkspiegel erfunden, mit dem ein Abbild auf Papier gezeichnet werden konnte.

Im 18. Jahrhundert kamen die Laterna magica, das Panorama und das Diorama auf. Chemiker wie Humphry Davy begannen bereits, lichtempfindliche Stoffe zu untersuchen und nach Fixiermitteln zu suchen.

                                     

5.2. Geschichte der Fotografie Die frühen Verfahren

Die vermutlich erste Fotografie der Welt "Blick aus dem Arbeitszimmer" wurde im Frühherbst 1826 durch Joseph Nicéphore Niépce im Heliografie-Verfahren angefertigt. 1837 benutzte Louis Jacques Mandé Daguerre ein besseres Verfahren, das auf der Entwicklung der Fotos mit Hilfe von Quecksilberdämpfen und anschließender Fixierung in einer heißen Kochsalzlösung oder einer normal temperierten Natriumthiosulfatlösung beruhte. Die auf diese Weise hergestellten Bilder, allesamt Unikate auf versilberten Kupferplatten, wurden als Daguerreotypien bezeichnet. Bereits 1835 hatte der Engländer William Fox Talbot das Negativ-Positiv-Verfahren erfunden. Auch heute werden noch manche der historischen Verfahren als Edeldruckverfahren in der Bildenden Kunst und künstlerischen Fotografie verwendet.

Am 13. April 1839, vier Monate vor Daguerre, veröffentlichten Carl August von Steinheil und Franz Ritter von Kobell das von ihnen entwickelte Steinheil-Verfahren. Sie verwendeten dazu als lichtempfindliches Material Chlorsilberpapier. Die aufgenommenen Negative fotografierten sie nochmals ab und erhielten dadurch Positive. Ihre ersten Fotos zeigten unter anderem die Glyptothek und die Türme der Münchner Frauenkirche.

Im Jahr 1883 erschien in der bedeutenden Leipziger Wochenzeitschrift Illustrirte Zeitung zum ersten Mal in einer deutschen Publikation ein gerastertes Foto in Form einer Autotypie, die Georg Meisenbach etwa 1880 erfunden hatte.

                                     

5.3. Geschichte der Fotografie Farbfotografie

Der amerikanische Baptistenprediger und Daguerrotypist Levi Hill beanspruchte um 1850/1851 als erster die Erfindung der Farbfotografie für sich. Hill weigerte sich allerdings, die Funktionsweise seines Verfahrens offenzulegen. 1860 arbeitete Niépce de Saint-Victor an einem Verfahren, alle Farben auf einer einzigen lichtempfindlichen Schicht aufzuzeichnen Heliochromie.

Eine Abbildung von James Clerk Maxwell 1861 gilt als die erste Farbfotografie.

                                     

5.4. Geschichte der Fotografie Gesellschaftliche Bedeutung der frühen Fotografie

Zwei Jahre nach der Erfindung der Fotografie wurden ab 1840/41 die ersten Fotoateliers eröffnet. Von Friedrich Wilhelm Schelling und Alexander von Humboldt wurden noch in deren hohem Alter Fotografien aufgenommen. Bilder von Herrschern entstanden, darunter Abraham Lincoln, Otto von Bismarck und Kaiser Wilhelm I. Sie wurden in zahllosen Kopien in privaten Wohnungen gehalten, aber erst mit dem Aufkommen der Presse als Massenartikel ab den 1880er Jahren verbreitet. Parallel entstanden dokumentarische Fotografien, etwa von Naturereignissen. Der erste deutsche Fotograf Hermann Biow fotografierte den Großbrand im Hamburger Alsterbezirk vom Mai 1842. Fotografien entstanden in allen nachfolgenden Kriegen, so im Krimkrieg 1853–1856 und im amerikanischen Bürgerkrieg 1861–1865. Der Kunstcharakter der Fotografie stand zu Beginn hinter ihrem dokumentarischen, technisch-objektivierenden Anspruch. In den Naturwissenschaften fand die Fotografie frühen Einzug, darunter der Astronomie oder der Medizin Röntgen. Die Arbeitswelt wurde ab den 1860er Jahren fotografiert, die Reisefotografie entstand. Die Reisefotografie brachte den Menschen bis dahin wenig bekannte Regionen der Erde in neuer Form nahe. Das achtbändige Prachtwerk "The Peoples of India" 1865–1875 zeigte 460 Aufnahmen. Das vierbändige Illustration of China and Its People 1873 dokumentierte ein damals den Europäern unbekanntes Land. Derselbe Fotograf, John Thomson richtete später seine Kamera auf die Armen in London. In den großen Städten entstanden Fotostudios. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gehörte das Familienbild oder das Gruppenfoto am Arbeitsplatz längst zur kulturellen Grundausstattung. Die Fotografie war in das Alltagsgeschehen vorgedrungen, dazu zählen Werbung, Propaganda, Bildpostkarte und Ansichtskarte. Schließlich wurde die private Nutzung der Fotografie durch die Rollfilmkamera stark gefördert.

                                     

5.5. Geschichte der Fotografie 20. Jahrhundert

Fotografien konnten zunächst nur als Unikate hergestellt werden, mit der Einführung des Negativ-Positiv-Verfahrens war eine Vervielfältigung im Kontaktverfahren möglich. Die Größe des fertigen Fotos entsprach in beiden Fällen dem Aufnahmeformat, was sehr große, unhandliche Kameras erforderte. Mit dem Rollfilm und insbesondere der von Oskar Barnack bei den Leitz Werken entwickelten und 1924 eingeführten Kleinbildkamera, die den herkömmlichen 35-mm-Kinofilm verwendete, entstanden völlig neue Möglichkeiten für eine mobile, schnelle Fotografie. Obwohl, durch das kleine Format bedingt, zusätzliche Geräte zur Vergrößerung erforderlich wurden und die Bildqualität mit den großen Formaten bei Weitem nicht mithalten konnte, setzte sich das Kleinbild in den meisten Bereichen der Fotografie als Standardformat durch.

                                     

5.6. Geschichte der Fotografie 21. Jahrhundert

Die Digitalfotografie, in den 1990er Jahren technologisch eingeleitet, ab den 2000 er Jahren sich im professionellen Bereich, später auch bei Amateurfotografen adaptiert, veränderte die Fotografie nachhaltig. Sie veränderte als ein disruptiver Prozess die Fotoindustrie, die Bearbeitungskette und vor allem die Nutzung. Statt eines chemischen Film war nun ein Bildsensor Speicher der Fotografie. Digitale Bilder können nun beliebig auf den Computer übertragen werden und auch mit digitalen Bildbearbeitungsprogrammen bearbeitet oder manipuliert werden. Dies dürfte auch die Qualität der Bilder beeinflusst haben, denn Kamaraautomatik oder nachträgliche Bildbearbeitungen konnten nun Fehler beim Entstehen der Aufnahme ausgleichen.

Die Technik führte zu einer ungeheuerlichen Bilderflut und massenhaften Bildautorenschaften, die in sich noch gesteigert wurde durch die Verbreitung in sozialen Plattformen oder auch durch die Smartphone-Fotografie, bei der die Kamerafunktion nur noch ein Teil von vielen Funktionalitäten darstellt.

Unabhängig von der Amateurfotografie, als Massenmarkt, hat die Digitalfotografie auch die Arbeit von Profifotografen verändert. Deren Bilder können heute unter technischen Gesichtspunkten wesentlich in der Qualität gesteigert werden. Zugleich, bei Auftragsarbeiten, ist die Zeit zwischen Bildentstehung durch den Fotografen und Nutzung durch den Auftraggeber, auf ein Minimum reduziert – Entstehung und Nutzung wurden "zeitnah".

                                     

6.1. Technologiegeschichte Begriff

Zur Abgrenzung gegenüber den neuen fotografischen Verfahren der Digitalfotografie tauchte zu Beginn des 21. Jahrhunderts der Begriff Analogfotografie oder stattdessen auch die zu diesem Zeitpunkt bereits veraltete Schreibweise Photographie wieder auf.

Um der Öffentlichkeit ab 1990 die seinerzeit neue Technologie der digitalen Speicherung von Bilddateien zu erklären, verglich man sie in einigen Publikationen technisch mit der bis dahin verwendeten analogen Bildspeicherung der Still-Video-Kamera. Durch Übersetzungsfehler und Fehlinterpretationen sowie durch den bis dahin noch allgemein vorherrschenden Mangel an technischem Verständnis über die digitale Kameratechnik, bezeichneten einige Journalisten danach irrtümlich auch die bisherigen klassischen Film-basierten Kamerasysteme als Analogkameras.

Der Begriff hat sich bis heute erhalten und bezeichnet nun fälschlich nicht mehr die Fotografie mittels analoger Speichertechnik in den ersten digitalen Still-Video-Kameras, sondern nur noch die Technik der Film-basierten Fotografie. Bei dieser wird aber weder digital noch analog gespeichert, sondern chemisch/physikalisch fixiert.

                                     

6.2. Technologiegeschichte Allgemeines

Eine Fotografie kann weder analog noch digital sein. Lediglich die Bildinformation kann punktuell mittels physikalischer, analog messbarer Signale Densitometrie, Spektroskopie bestimmt und gegebenenfalls nachträglich digitalisiert werden.

Nach der Belichtung des Films liegt die Bildinformation zunächst nur latent vor. Gespeichert wird diese Information nicht in der Analogkamera, sondern erst bei der Entwicklung des Films mittels chemischer Reaktion in einer dreidimensionalen Gelatineschicht Film hat mehrere übereinander liegende Sensibilisierungsschichten. Die Bildinformation liegt danach auf dem ursprünglichen Aufnahmemedium Diapositiv oder Negativ unmittelbar vor. Sie ist ohne weitere Hilfsmittel als Fotografie Unikat in Form von entwickelten Silberhalogeniden bzw. Farbkupplern sichtbar. Gegebenenfalls kann aus solchen Fotografien in einem zweiten chemischen Prozess im Fotolabor ein Papierbild erzeugt werden, bzw. kann dies nun auch durch Einscannen und Ausdrucken erfolgen.

Bei der digitalen Speicherung werden die analogen Signale aus dem Kamerasensor in einer zweiten Stufe digitalisiert und werden damit elektronisch interpretier- und weiterverarbeitbar. Die digitale Bildspeicherung mittels Analog-Digital-Wandler nach Auslesen aus dem Chip der Digitalkamera arbeitet vereinfacht mit einer lediglich zweidimensional erzeugten digitalen Interpretation der analogen Bildinformation und erzeugt eine beliebig oft praktisch verlustfrei kopierbare Datei in Form von differentiell ermittelten digitalen Absolutwerten. Diese Dateien werden unmittelbar nach der Aufnahme innerhalb der Kamera in Speicherkarten abgelegt. Mittels geeigneter Bildbearbeitungssoftware können diese Dateien danach ausgelesen, weiter verarbeitet und auf einem Monitor oder Drucker als sichtbare Fotografie ausgegeben werden.

                                     

6.3. Technologiegeschichte Digitalfotografie

Die erste CCD Charge-coupled Device Still-Video-Kamera wurde 1970 von Bell konstruiert. 1972 meldete Texas Instruments das erste Patent auf eine filmlose Kamera an, welche einen Fernsehbildschirm als Sucher verwendete.

1973 produzierte Fairchild Imaging das erste kommerzielle CCD mit einer Auflösung von 100 × 100 Pixel.

Dieses CCD wurde 1975 in der ersten funktionstüchtigen digitalen Kamera von Kodak benutzt. Entwickelt hat sie der Erfinder Steven Sasson. Diese Kamera wog 3.6 Kilogramm, war größer als ein Toaster und benötigte noch 23 Sekunden, um ein Schwarz-Weiß-Bild mit 100×100 Pixeln Auflösung auf eine digitale Magnetbandkassette zu übertragen; um das Bild auf einem Bildschirm sichtbar zu machen, bedurfte es weiterer 23 Sekunden.

1986 stellte Canon mit der RC-701 die erste kommerziell erhältliche Still-Video-Kamera mit magnetischer Aufzeichnung der Bilddaten vor, Minolta präsentierte den Still Video Back SB-90/SB-90S für die Minolta 9000; durch Austausch der Rückwand der Kleinbild-Spiegelreflexkamera wurde aus der Minolta 9000 eine digitale Spiegelreflexkamera; gespeichert wurden die Bilddaten auf 2-Zoll-Disketten.

1987 folgten weitere Modelle der RC-Serie von Canon sowie digitale Kameras von Fujifilm ES-1, Konica KC-400 und Sony MVC-A7AF. Es folgten 1988 Nikon mit der QV-1000C, 1990 Kodak mit dem DCS Digital Camera System sowie 1991 Rollei mit dem Digital Scan Pack. Ab Anfang der 1990er Jahre kann die Digitalfotografie im kommerziellen Bildproduktionsbereich als eingeführt betrachtet werden.

Die digitale Fotografie revolutionierte die Möglichkeiten der digitalen Kunst, erleichtert insbesondere aber auch Fotomanipulationen.

Die Photokina 2006 zeigte, dass die Zeit der filmbasierten Kamera endgültig vorbei ist. Im Jahr 2007 waren weltweit 91 Prozent aller verkauften Fotokameras digital, die herkömmliche Fotografie auf Filmen schrumpfte auf Nischenbereiche zusammen. Im Jahr 2011 besaßen rund 45.4 Millionen Personen in Deutschland einen digitalen Fotoapparat im Haushalt und im gleichen Jahr wurden in Deutschland rund 8.57 Millionen Digitalkameras verkauft.

                                     

7.1. Fotografie als Kunstform Pioniere und Kritiker

Der Kunstcharakter der Fotografie war lange Zeit umstritten: Charles Baudelaire führte dies bereits in seinem Werk Die Fotografie und das moderne Publikum im Jahre 1859 aus. Baudelaire beschäftigte sich mit dem Einfluss der Fotografie auf die Kunst und ebenso mit den tiefgreifenden Veränderungen der Kunstwahrnehmung: Ästhetische Erziehung und Geschmacksbildung wurde nun neben den klassischen Künsten auch durch die Fotografie bestimmt. Baudelaire sah hier die Geschlossenheit der Künste durch ein neues Medium erweitert. Baudelaire erkannte auch die Konkurrenz innerhalb der Kunst: Der Porträtmaler stand nun dem Porträtfotografen gegenüber. Baudelaire kritisierte die Bestrebungen, die Natur zu kopieren, ohne ihr Wesen zu kennen, als eine gegenüber der wahren Kunst feindlich eingestellte Lehre. Diese Kritik manifestiert sich bis heute: Die realistische oder auch idealisierte Abbildung wird oft kritisiert. Künstlerische Fotografie bedeutet bis heute, Wahrnehmung, Dialog und Schöpfung. Zugespitzt formuliert der Kunsttheoretiker Karl Pawek in seinem Buch Das optische Zeitalter 1963: "Der Künstler erschafft die Wirklichkeit, der Fotograf sieht sie."

Diese Auffassung, u. a. von Walter Benjamin vertreten, betrachtet die Fotografie nur als ein technisches, standardisiertes, mechanisch reproduzierte Verfahren, mit dem eine Wirklichkeit auf eine objektive, quasi "natürliche" Weise abgebildet wird, ohne dass dabei gestalterische und damit künstlerische Aspekte zum Tragen kommen: "die Erfindung eines Apparates zum Zwecke der Produktion … perspektivischer Bilder hat ironischerweise die Überzeugung … verstärkt, dass es sich hierbei um die natürliche Repräsentationsform handele. Offenbar ist etwas natürlich, wenn wir eine Maschine bauen können, die es für uns erledigt." Fotografien dienten gleichwohl aber schon bald als Unterrichtsmittel bzw. Vorlage in der Ausbildung bildender Künstler Études d’après nature.

Schon in Texten des 19. Jahrhunderts wurde aber auch bereits auf den Kunstcharakter der Fotografie hingewiesen, der mit einem ähnlichen Einsatz der Technik wie bei anderen anerkannten zeitgenössische grafische Verfahren begründet wird. Damit wird auch die Fotografie zu einem künstlerischen Verfahren, mit dem ein Fotograf eigene Bildwirklichkeiten erschafft. Die ersten Schritte in Richtung künstlerische Fotografie entstanden mit Gedanken hin zu einer konzeptionellen Fotografie, also eine Fotografie, die neben das reale Festhalten eines Moments, Bildaussagen, Bildsprache und eine strukturierte Ordnung der Bildelemente im Sinne einer Komposition setzt.

Auch zahlreiche Maler des 19. Jahrhunderts, wie etwa Eugène Delacroix, erkannten dies und nutzten Fotografien als Mittel zur Bildfindung und Gestaltung, als künstlerisches Entwurfsinstrument für malerische Werke, allerdings weiterhin ohne ihr einen eigenständigen künstlerischen Wert zuzusprechen. Allerdings gab es auch zuvor schon die Camera obscura die wohl schon Filippo Brunelleschi 1377–1446 bei seiner Anwendung der Zentralperspektive als Hilfmittel einsetzte. Die Methode von Malern der Fotografie als Skizzenelement wurde auch im 20. und 21. Jahrhundert angewandt. So nutzt David Hockney fotografische Vorlagen als Polaroid oder auf Film für Porträts oder in der Landschaftsmalerei, setzte sie aber auch für Foto-Collagen im Sinne der Panografie ein.

Auch Fotografen kritisierten teilweise den Mangel an künstlerischem Anspruch. Der Fotograf Henri Cartier-Bresson, selbst als Maler ausgebildet, wollte die Fotografie ebenfalls nicht als Kunstform, sondern als Handwerk betrachtet wissen: "Die Fotografie ist ein Handwerk. Viele wollen daraus eine Kunst machen, aber wir sind einfach Handwerker, die ihre Arbeit gut machen müssen." Gleichzeitig nahm er aber für sich auch das Bildfindungskonzept des "entscheidenden Augenblickes" in Anspruch, das ursprünglich von Gotthold Ephraim Lessing dramenpoetologisch ausgearbeitet wurde. Damit bezieht er sich unmittelbar auf ein künstlerisches Verfahren zur Produktion von Kunstwerken. Cartier-Bressons Argumentation diente also einerseits der poetologischen Nobilitierung, andererseits der handwerklichen Immunisierung gegenüber einer Kritik, die künstlerische Qualität seiner Werke anzweifeln könnte. So wurden gerade Cartier-Bressons Fotografien sehr früh in Museen und Kunstausstellungen gezeigt, so zum Beispiel in der MoMa-Retrospektive 1947 und der Louvre-Ausstellung 1955. Cartier-Bresson krisierte sogar Kollegen: "Die Welt ist dabei, in Stücke zu fallen und Leute wie Adams und Weston fotografieren Felsen!"

Fotografie wurde bereits früh als Kunst betrieben Julia Margaret Cameron, Lewis Carroll und Oscar Gustave Rejlander in den 1860er Jahren. Der entscheidende Schritt zur Anerkennung der Fotografie als Kunstform ist den Bemühungen von Alfred Stieglitz 1864–1946 zu verdanken, der mit seinem Magazin Camera Work den Durchbruch vorbereitete. Auch der Objektkünstler und Fotograf Man Ray versuchte mit fotografischen Methoden Kunst zu schaffen, allerdings auch mit Methoden der Abstraktion, der Bildsprache oder der Symbolik, mit denen er sich von einer realistischen Abbildung abzuheben versuchte.

                                     

7.2. Fotografie als Kunstform Etablierung in Ausstellungen

Erstmals trat die Fotografie in Deutschland in der Werkbund-Ausstellung 1929 in Stuttgart in beachtenswertem Umfang mit internationalen Künstlern wie Edward Weston, Imogen Cunningham und Man Ray an die Öffentlichkeit. Spätestens seit den MoMA-Ausstellungen von Edward Steichen The Family of Man, 1955 und John Szarkowski 1960er ist Fotografie als Kunst von einem breiten Publikum anerkannt, wobei gleichzeitig der Trend zur Gebrauchskunst begann. Ein wichtiger Meilenstein war 1947 die Gründung der Bildagentur Magnum Photos, eine unabhängige Fotoagentur und Fotografenagentur. Die zahlreichen bekannten Fotografen von Magnum brachten Bilder von hoher Qualität und Aussage in die Massenmedien und veränderten damit auch die Wahrnehmung der Fotografie durch die Öffentlichkeit. Oft wurde das Zeitgeschehen mit künstlerischen Aussagen der Magnum-Fotografen kommentiert – es entstanden ikonografische Bilder.

Ein anderer Aspekt ist die Nutzung der Fotografie in Mode oder Architektur. Diese "Kunstwerke" wurden spätesten ab den 1920er Jahren zu Objekten einer künstlerischen Fotografie. Modefotografie und Architekturfotografie schufen nun auch ikonografische Bilder.

Als ein mögliches Kriterium für Fotografien als Kunstform sieht Susan Sontag im Kriterium des Neuen. Neu bedeutet hier das Aufzeigen neuer formaler Möglichkeiten oder Abweichungen der tradierten visuellen Sprache, heute würde man also von Bildsprache oder fotografischem Sehen sprechen. Wie für jede Kunstform gilt das Neue als ein essentieller Anspruch an die künstlerische Fotografie. Den von Walter Benjamin aufgezeigten Makel der Fotografie, dem eines mechanisch reproduzierten Objektes, dem die Handwerklichkeit der Malerei und ihre Fähigkeit ein Original zu schaffen abgeht, setzt Sontag entgegen, dass Fotografien durchaus über eine gewisse Authentizität aufweisen können. Fotografien, die eine eigene Bildsprache hervorbringen können und in einen Dialog mit dem Betrachter eintreten, können sehr wohl Kunst sein. Nicht zuletzt gilt auch die Rezeption in Museen und Ausstellungen seit Mitte des 20. Jahrhunderts als ein möglicher Indikator für die zunehmende Herausbildung eines ästhetischen Urteils über Fotografien als Kunst.

Innerhalb des Chemogramm wird 1974 die bis zu diesem Zeitpunkt vorhandene Schnittstelle zwischen den künstlerischen Medien Malerei und Fotografie kunsthistorisch relevant geschlossen. Das Chemogramm von dem Fotodesigner Josef H. Neumann, in den frühen siebziger Jahren erfunden und exakt spezifiziert, vereint Fotografie und Malerei erstmals weltweit innerhalb der schwarzweißen fotografischen Schicht.

Im Jahr 1977 stellte die documenta 6 in Kassel erstmals als international bedeutende Ausstellung in der berühmten Abteilung Fotografie die Arbeiten von historischen und zeitgenössischen Fotografen aus der gesamten Geschichte der Fotografie in den vergleichenden Kontext zur zeitgenössischen Kunst im Zusammenhang mit den in diesem Jahr begangenen "150 Jahren Fotografie".

                                     

7.3. Fotografie als Kunstform Etablierung in den Museen

Heute ist Fotografie als vollwertige Kunstform akzeptiert. Indikatoren dafür sind die wachsende Anzahl von Museen, Sammlungen und Forschungseinrichtungen für Fotografie, Ausstellungen, die Zunahme der Professuren für Fotografie sowie nicht zuletzt der gestiegene Wert von Fotografien in Kunstauktionen und Sammlerkreisen. Zahlreiche oftmals nicht trennscharfe Genres haben sich entwickelt, darunter die Landschafts-, Akt-, Industrie-, Architekturfotografie und viele mehr, die innerhalb der Fotografie eigene Wirkungsfelder entfaltet haben. Außerdem entwickelt sich die künstlerische Fotomontage zu einem der Malerei gleichwertigen Kunstobjekt.

Neuere Diskussionen innerhalb der Foto- und Kunstwissenschaften verweisen indes auf eine zunehmende Beliebigkeit bei der Kategorisierung von Fotografie. Zunehmend werde demnach von der Kunst und ihren Institutionen absorbiert, was einst ausschließlich in die angewandten Bereiche der Fotografie gehört habe.

Die Digitalfotografie und die massenhafte Verbreitung von Kameras führte zu neuen Diskussionen über den Kunstanspruch der Fotografie. So ist heute die gewohnte und immer wieder gesteigerte Ästhetik oft ein Kritikpunkt und die geschickte Vermarktung von bekannten Fotografen, die sich in immer neuen Rekorden bei Auktionen widerspiegelt. Technisch perfekte Bilder können Kitsch sein, und nur bekannte Muster reproduzieren, ohne das Neue aufzuzeigen. Kritiker schöner oder perfekter Bilder kehren damit zu Baudelaire zurück: Es kommt auf das Erkennen einer Aussage an, auf Kritik, auf das Neue. Fotografie als Kunstform muss Fragen stellen und einen Dialog auslösen.

Die Rezeption der künstlerischen Fotografie in Museen und Ausstellungen, die zahlreichen Wettbewerbe zeigen deutlich, das Fotografie eine Kunstform sein kann. Die US-amerikanische Essayistin Susan Sontag kommentierte dazu: "Das wahre Ausmaß des Thriumphs der Fotografie als Kunst und über die Kunst, wird erst nach und nach erfasst."

                                     

8. Urheberrecht

Ein Foto kann urheberrechtlichen Schutz genießen, wenn es als Lichtbildwerk im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 5 UrhG anzusehen ist. Dies erfordert eine persönliche geistige Schöpfung § 2 Abs. 2 UrhG, d. h. das Foto bedarf einer gewissen Gestaltungshöhe. Die Gestaltungshöhe kann durch die Auswahl des Aufnahmeorts, eines bestimmten Objektivs oder durch die Wahl von Blende und Zeit eintreten. Fehlt die Gestaltungshöhe, kann der Fotograf statt eines urheberrechtlichen Schutzes einen Leistungsschutz nach § 72 UrhG genießen. Durch § 72 UrhG sind die Vorschriften für Lichtbildwerke auch auf die Lichtbilder anwendbar.

Ab dem Jahr 1909 mussten die Fotografen, die den Kaiser und die kaiserliche Familie fotografiert hatten, die Rechte an diesen Fotografien an diese abtreten.

                                     

9. Bedeutende Fotografen

Die Fotografie als Objekt der Kunstwissenschaft wurde geprägt durch herausragende Fotografen wie beispielsweise – ohne Wertung quer durch die Zeit- und Stilgeschichte der Fotografie – Tina Modotti, Gerda Taro, Franz Xaver Setzer, Jacob Wothly, W. H. Talbot, E. S. Curtis, August Sander, Henri Cartier-Bresson, Paul Wolff, Ansel Adams, vor dem Zweiten Weltkrieg, Marie Karoline Tschiedel, Otto Steinert, Richard Avedon, Diane Arbus und unzählige andere bis hin zu "Modernen" wie Helmut Newton, Manfred Baumann, Walter E. Lautenbacher, Thomas Ruff, Jeff Wall, Andreas Gursky, Josef H. Neumann, Gerhard Vormwald und Rafael Herlich. Mit jedem dieser berühmten Fotografen ist eine bestimmte Zeit, eine bestimmte Auffassung von Fotografie, ein persönlicher Stil – möglicherweise innerhalb eines bestimmten Fachgebietes der Fotografie – und eine eigene Thematik verbunden.

Einige Fotografen organisierten sich in Künstlergruppen wie f/64 um Edward Weston in den USA in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts oder arbeiteten zusammen in Foto- oder Bildagenturen wie Magnum Photos oder Bilderberg – Archiv der Fotografen, andere arbeiten dagegen bevorzugt alleine.

Oft sind künstlerisch bekannte Fotografen in ihrem "Brotberuf" eher unauffällig und durchschnittliche "Handwerker", erst in ihren freien Arbeiten treten sie mit Ausstellungen oder durch Preisverleihungen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Als Beispiel seien der Modefotograf Helmut Newton, der Werbefotograf Reinhart Wolf, der Landschafts- und Architekturfotograf Robert Häusser und der deutsche Eisenbahnfotograf Carl Bellingrodt genannt. Sie wurden mit völlig anderen Sujets als denen ihrer täglichen Arbeit bekannt, wie Akt-, Eisenbahn-, Food-, Architektur- sowie mit künstlerischer Schwarz-Weiß-Fotografie. Die Fotografie ist jedoch keine exklusive Kunstform, sondern wird auch von zahllosen Amateurfotografen betrieben: Die Amateurfotografie ist der Motor der Fotowirtschaft und Motivation für die Produktion der meisten Bilder, deren Zahl weltweit monatlich in die Milliarden geht.

                                     

10.1. Rezeption Teuerste Bilder

Die aktuell teuerste Fotografie "Phantom" von Peter Lik wurde nach Presseberichten im Dezember 2014 für 6.5 Millionen Dollar verkauft. Der englische Guardian" jedenfalls konnte das Bild sich sehr gut als "abgedroschenes Poster in einem schicken Hotel vorstellen. Vielleicht muss man die Frage stellen, ob der Preis eines aktuell gehandelten Bildes etwas über den künstlerischen Wert aussagt oder doch eher über die Vermarktung. Gursky, Salgado und andere Künstler entwickelten eine eigene Bildsprache – und haben wohl damit Kunstwerke geschaffen.

                                     

10.2. Rezeption Theorie und Praxis

Die Fotografie wird in zahlreichen Einzeltheorien diskutiert, eine einheitliche und umfassende "Theorie der Fotografie" fehlt bisher, stattdessen existieren sehr unterschiedliche Perspektiven, die Fotografie beispielsweise aus philosophischer, psychologischer oder kunsthistorischer Sicht betrachten.

Die gestalterische Gratwanderung zwischen der fotografischen Technik und der gewünschten Bildaussage, bis hin zu einer konzeptionellen Fotografie, vielleicht auch mit einer Bildsprache, wie sie professionelle Fotografen einsetzen, kennzeichnet die vielschichtig differenzierte Foto-Praxis der Gegenwart.

                                     

10.3. Rezeption Fotografiesammlungen in Museen

  • National Science & Media Museum, West Yorkshire UK
  • Chicago Museum of Contemporary Photography, Chicago USA
  • New York Public Library, New York City USA
  • SFMoMa, San Francisco USA
  • Getty Research Institute, Los Angeles USA
  • Art Institute of Chicago, Chicago USA
  • Nederlands Fotomuseum, Rotterdam NL
  • Victoria & Albert Museum, London UK
  • Whitney Museum of American Art, New York City USA
  • Boston Museum of Fine Arts, Boston USA
  • Fotomuseum Antwerp, Antwerpen B
  • Museum für Fotografie, Berlin D.
  • Royal Photographic Society UK
  • Musée d’Orsay, Paris F
  • MEP Maison européenne de la photographie, Paris F
  • MoMa, New York City USA
                                     

10.4. Rezeption Fotografische Sammlungen

  • Sammlung Fotografie in der Berlinischen Galerie
  • Haus der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg
  • Die Photographische Sammlung der SK Stiftung Kultur, Köln
  • Fotografische Sammlung des Saarlandmuseums, Saarbrücken
  • Sammlung Fotografie im Museum Ludwig, Köln
  • Landessammlung zur Geschichte der Fotografie im Haus der Fotografie Erdgeschoss des Turm Ungenannt des Landesmuseums Koblenz
  • Fotografische Sammlung des Ruhr Museums Essen
  • Fotografie Sammlung im LVR-LandesMuseum Bonn
  • Sammlung Fotografie im Münchner Stadtmuseum
  • Fotografische Sammlung im Museum Folkwang Essen
  • Fotografie und Medien im Sprengel Museum Hannover
                                     

10.5. Rezeption Ausstellungen

  • Museum Fünf Kontinente, München, 5. Juli 2018 bis 30. Juni 2019: Fragende Blicke. Neun Zugänge zu ethnografischen Fotografien
  • 2012/ 013: Die Geburtsstunde der Fotografie – Meilensteine der Gernsheim-Collection. Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim
                                     
  • Die Sozialdokumentarische Fotografie ist eine sozialkritische Richtung der Fotografie die sich den Lebenslagen unterprivilegierter bzw. benachteiligter
  • Fototechnik Geschichte und Entwicklung der Fotografie Gerhard Ihrke: Zeittafel zur Geschichte der Fotografie Fotokinoverlag, Leipzig 1982. Beaumont Newhall:
  • Ethnographische oder anthropologische Fotografie bezeichnet eine Anwendung der wissenschaftlichen Fotografie zur Unterstützung oder Ergänzung
  • Tischfotografie oder Tabletop - Fotografie engl. tabletop Tischplatte bezeichnet einen Sonderfall der Stillleben - Fotografie Dabei werden Gegenstände im
  • Erotische Fotografie Food - Fotografie Fotojournalismus Hochzeitsfotografie Industriefotografie Konzertfotografie Kriegsfotografie Künstlerische Fotografie Landschaftsfotografie
  • experimentelle Fotografie die impressionistische Fotografie und die surreale Fotografie In der künstlerischen Fotografie kann das Medium Fotografie als künstlerisches
  • wissenschaftlichen Fotografie zu positionieren. In ihrem ästhetischen Ansatz unterscheidet sich die Neue Sachlichkeit in der Fotografie deutlich von der
  • künstlerische Fotografie werden durch das Bundesministerium zwei weitere Preise vergeben: Der Kunstpreis für künstlerische Fotografie wurde bis 2009
  • seit Februar 2014 alle zwei Monate. c t Digitale Fotografie bietet Artikel zu Themen der Fotografie Workshops über beispielsweise Porträtfotografie
  • Die Taiwanische Fotografie ist tief mit der Geschichte Taiwans verwurzelt. Die frühe Fotografie wird in zwei Perioden unterteilt: Pre - Japanische von ca
  • Der Kunstpreis Literatur Fotografie vergeben durch die Land Brandenburg Lotto GmbH, ehrte von 2005 bis 2016 jährlich herausragende Autoren und Fotografen
                                     
  • angewendet werden. Portal: Fotografie Übersicht zu Wikipedia - Inhalten zum Thema Fotografie Die Chronologie der Fotografie Sehschärfe Eberhard - Effekt
  • beschreibt einen technisch - gestalterischen Stil in der Fotografie bei dem im Gegensatz zur High - key - Fotografie dunkle Farbtöne vorherrschen. Diese Technik sollte
  • Fotografie bezeichnet man ein fotografisches Genre, das stilistisch zwischen Aktfotografie und Pornografie angesiedelt ist. Zur erotischen Fotografie
  • Spectrum Internationaler Preis für Fotografie titelt die Auszeichnung, die die Bedeutung der Fotografie als zeitgenössisches Medium der Bildenden Kunst
  • Motion - Control - Fotografie Fotografie mit Bewegungssteuerung ist eine in Filmen genutzte Spezialeffekt - Technik, die es ermöglicht, dieselben Kamera - oder
  • Analogfotografie oder analoge Fotografie Pendant zu Digitalfotografie ist ein retronymer Begriff aus der Fototechnik und bezeichnet die Fotografie mittels Analogkamera
  • der modernen Fotografie bei dem helle Farbtöne, weiches Licht und niedrige Kontraste vorherrschen. Das Gegenstück ist die Low - key - Fotografie Die Bilder
  • Als Konkrete Fotografie wird im Gegensatz zum Begriff Abstrakte Fotografie in der modernen und zeitgenössischen Kunst eine Fotografie bezeichnet, in
  • ausdrücklich als künstlerische Fotografie Hauptinteresse galt vor allem der Experimentelle Fotografie Die Subjektive Fotografie will nicht die objektive Wirklichkeit
  • deutsche fotografie 2012: Das Koloniale Auge. Frühe Porträtfotografie in Indien. 2013: Die nackte Wahrheit und anderes. 2014 2015: Fotografie im Ersten
  • eingebunden wird. Fast immer findet die Food - Fotografie im Studio unter den Aspekten der Tabletop - Fotografie statt. ErfahrungsgemäS nimmt die bildtechnische
                                     
  • wissenschaftliche Fotografie mit ihrem objektivierenden Anspruch den Gegenpol zur subjektiven künstlerischen Fotografie In der Frühzeit der Fotografie wurden die
  • In der Fotografie bezeichnet man mit Revers die Rückseite des Kartons, auf die die fertige Fotografie geklebt wurde. Umgangssprachlich findet das Wort
  • reine Fotografie englisch straight photography bezeichnet eine sachliche Fotografie und überträgt den Realismus der Malerei auf die Fotografie Die Bildsprache
  • Der Förderpreis Fotografie der Landeshauptstadt München wird seit 1984 seit 2000 biennal für eine künstlerisch herausragende Leistung bzw. eine ungewöhnliche
  • Experimentelle Fotografie ist ein Teil der Künstlerischen Fotografie Sie betont das Spielerische, Abstrahierende, Experimentelle. Die Abbildung der Realität
  • wissenschaftlichen Fotografie in speziellen Anwendungen wie der Verkehrsüberwachung, in der Langzeitarchivierung, in der künstlerischen Fotografie sowie für
  • Abstrakte Fotografie bezeichnet ein Spezialgebiet der Fotografie Der Begriff wurde von Alvin Langdon Coburn 1916 geprägt. Bereits in der Frühphase Abstrakter
  • Als spiritistische Fotografie bezeichnet man das Fotografieren übersinnlicher und paranormaler Phänomene. Ausgangspunkt ist dabei die Feststellung, dass

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