Slowenische Sprache

Slowenisch ist eine Sprache aus dem slawischen Zweig der indogermanischen Sprachen.
Die Sprache wird mit einer eigenen Variante des lateinischen Alphabets latinica, dem slowenischen Alphabet, geschrieben.
Die Wissenschaft, welche sich mit dem Slowenischen befasst, nennt sich Slowenistik.

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1. Bezeichnung
Die Sprecher bezeichnen sich selbst als Slovenci, ihre Sprache als slovenščina, was nicht verwechselt werden sollte mit Slovenčina, der Eigenbezeichnung der slowakischen Sprache. Die slowakische Bezeichnung für das Slowenische ist Slovinčina, die slowenische für das Slowakische Slovaščina.
Die frühere, wertneutrale deutsche Bezeichnung lautete "Windisch", doch ist dieser Begriff heute auf Grund seines Missbrauchs in den letzten hundert Jahren siehe auch Windischentheorie umstritten.

2. Sprachverwandtschaft
Die slowenische Sprache und der kajkavische Dialekt der kroatischen Sprache ähneln sich in vielerlei Hinsicht, da es sich beim kajkavischen kroatischen Dialekt um einen offensichtlichen und fließenden Übergang des Slowenischen in das Kroatische handelt.
Vermutlich lässt sich durch Karantanien und die Awaren 6.–8. Jahrhundert auch eine engere Verbindung mit dem Slowakischen herleiten das Reich Samos: Heutiges Gebiet Mähren, Niederösterreich und Südwestslowakei. So findet man beispielsweise im Slowenischen und Slowakischen ähnliche Elemente des Altslawischen. Oft werden die Wörter für "Slowenisch" und "Slowakisch" verwechselt: die Slowenen nennen ihre Sprache Slovenščina, die Slowaken ihre Slovenčina. Auf Slowenisch bedeutet Jaz govorim slovensko ‚Ich spreche slowenisch, wobei Slovensko auf Slowakisch ‚Slowakei bedeutet. Während und nach der Zeit Karantaniens und der Awarenmark Alpenslawen nannten die Slawen sich selbst Slovani oder Slovanci, was der Grund dieser Ähnlichkeiten sein könnte.

3. Geschichte
Historisch ist das Slowenische im Fürstentum Karantanien und in der südlich davon gelegenen Carniola entstanden. Diese Gebiete wurden unter Karl dem Großen mit der Awarenmark als Grenzmark gegen die Awaren geschützt.
In Karantanien herrschten die später so bezeichneten Alpenslawen und eine Zeit lang vermutlich auch Awaren, die restliche Bevölkerung setzte sich aus den eingewanderten slawischen Volksstämmen, romanisierten Kelten Norikern und zugezogenen Römern zusammen. Zum einen findet man in verschiedenen slowenischen Dialekten Überbleibsel dieser Spracheinflüsse. Zum anderen lässt sich durch die an Karantanien angrenzende Awarenmark – und spätere Spaltung der südlichen Westslawen durch die Ungarn Trennung der südlichen Westslawen in Tschechen, Slowaken und Slowenen – auch eine gewisse Verwandtschaft mit den westslawischen Sprachen Tschechisch und Slowakisch herleiten.

3.1. Geschichte Ursprünge
Als Ursprung der Slowenen wird das Fürstentum Karantanien genannt. Die genaue Lage des Samo-Reiches und Karantaniens ist jedoch bis heute umstritten. Da für das heutige Tschechien und die Slowakei für einen Zeitraum von 150 Jahren 633/658–791 überhaupt keine schriftlichen Quellen verfügbar sind und auch Slowenen über Jahrhunderte als Winden oder Windische bezeichnet wurden, bleibt vieles nur Vermutungen überlassen. Der Name Slovenci ‚Slowenen’ ist erstmals erst in der Vorrede des Katechismus von Primož Trubar im Jahr 1550 belegt. Und da verstand Trubar die Slovenci nur als Sprachgemeinschaft und nicht im Sinn des heutigen Nationsbegriffs.

3.2. Geschichte Politische Gemengelage
Im Jahre 811 verfügte Kaiser Karl der Große, dass die Drau als Diözesangrenze zwischen dem Bistümern Salzburg und Aquilea zu gelten habe. Damit wurde entschieden, wer für die Christianisierung der ansässigen überwiegend slawischen Bevölkerung zuständig war. Mitte des 10. Jahrhunderts wurde durch den Sieg des Königs und späteren Kaisers Otto I. in der Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg der Weg frei für die Ostkolonisation des Heiligen Römischen Reiches. Die Ungarneinfälle im Gebiet um das heutige Slowenien, Ostösterreich, Süddeutschland und Italien nahmen mit der Eroberung der pannonischen Tiefebene um 896 ein Ende. Dadurch wurden die Stämme der südlichen Westslawen in Tschechen, Slowaken einerseits und Slowenen getrennt. Das im Norden des heutigen Slowenien und in den nördlich davon liegenden Gebieten entstandene Karantanien wurde in das Ostfränkische Reich eingegliedert. Daraus entwickelten sich bis zum 11. Jahrhundert nach und nach die Herzogtümer Kärnten und Steiermark. Die Markgrafschaft Krain, deren Gebiet man heute als slowenisches Kernland bezeichnen kann, gehörte nicht zum Fürstentum Karantanien, sondern zur Carniola. Auch dieses Gebiet kam zusammen mit Teilen des von Karl dem Großen eroberten Langobardenreiches an das Heilige Römische Reich.

3.3. Geschichte Zeugnisse
Slowenisch war bis ins 20. Jahrhundert eine zweitrangige Sprache, und insbesondere aus dem Mittelalter sind nur sehr wenige Handschriften überliefert:
Ca. 1440 entstand die Kranjski Rokopis mit weltlichen Eidesformeln.
1428–1440 entstand die Sitticher Handschrift mit Gebeten und Musterpredigten.
Die Starogorski Rokopis ist fast identisch mit der Klagenfurter Handschrift, obgleich sie deutlich später und in einiger Entfernung zu ihr im Görzerischen entstand. Als Zeitfenster werden 1450–1520 sowie 1492–1498 angegeben.
1459–1508 entstand die Černjejski Rokopis, eine dreisprachige Spendenliste in Latein, Italienisch und Slowenisch.
Zwischen 1362 und 1390 entstand in Rateče dt. ‚Ratschach die Klagenfurter Handschrift mit drei Gebeten.
In der Zeit um 1000 n. Chr. entstanden die Brižinski spomeniki ‚Freisinger Denkmäler. Sie gelten als die frühesten slowenischen Textdokumente und wurden im bayerischen Freising gefunden. Die drei homiletischen und liturgischen Schriften waren wahrscheinlich ein bischöfliches Handbuch.
Auch einzelne slowenische Einsprengsel in deutschen und italienischen Texten legen Zeugnis vom mittelalterlichen Slowenisch ab.

3.4. Geschichte Entstehung der Schriftsprache
Die Übersetzung des Neuen Testaments durch den Reformator Primož Trubar veröffentlicht 1582 sowie der gesamten Bibel durch Jurij Dalmatin 1584 legten die Grundlage für die moderne slowenische Schriftsprache, die in den slowenischen Kernländern der Krain, Kärntens und der Untersteiermark kanonisch wurde. Dazu parallel entwickelten sich außerhalb dieser Länder auf Grundlage der jeweiligen örtlichen Mundart zwei weitere Schriftsprachen: das Prekmurische im Königreich Ungarn, das bis ins 20. Jahrhundert in Gebrauch stand, und das kleine, jedoch bis heute in Gebrauch stehende Resianische.

3.5. Geschichte Sprachreformen des 19. Jahrhunderts
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine puristische Germanismen entfernende Sprachform, wobei Wortschatzentlehnungen gezielt aus anderen slawischen Sprachen erfolgten. Der Revolutionär Ljudevit Gaj wollte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts alle südslawischen Sprachen unter einer politischen Führung zusammenbringen, doch die große Mehrheit der slowenischen Intellektuellen lehnte diesen Illyrismus ab. In dieser Zeit erfuhr das Slowenische zudem eine literarische Blüte durch France Prešeren.
Die heutige Rechtschreibung mit den aus dem Tschechischen entlehnten Buchstaben č, š und ž wurde im Wesentlichen Mitte des 19. Jahrhunderts festgelegt.
Die Kodifizierung der slowenischen Sprache erfolgte durch die Grammatiker Stanislav Škrabec und Fran Ramovš um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert.

3.6. Geschichte Emanzipation
Bereits zu Zeiten der Donaumonarchie wurden im 19. Jahrhundert die Sprachwissenschaftler Franz Xaver Ritter von Miklosich slow. Franc Miklošič) und Jernej Kopitar dt. Bartholomäus Kopitar zu Vätern der slowenischen Sprache. Nach der Gründung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen wurde 1919 die Universität Ljubljana gegründet. Andererseits gab es den Versuch, mit den Serben und Kroaten eine gemeinsame "jugoslawische" Schriftsprache zu schaffen. Sowohl die Veitstags-Verfassung von 1921 als auch die dekretierte Verfassung von 1931 nennen als nationale Amtssprache Jugoslawiens die serbokroatoslowenische Sprache srpsko-hrvatsko-slovenski jezik. Als 1929 das Königreich Jugoslawien ausgerufen wurde, fürchteten die slowenischen Intellektuellen um das Slowenische und gründete 1938 eine eigene slowenische Akademie der Wissenschaften und Künste.
Während der Besetzung Sloweniens im Zweiten Weltkrieg durch die Achsenmächte Deutschland/Italien/Ungarn 1941–1945 unterdrückten diese den Gebrauch der slowenischen Sprache.
Mit der Gründung des sozialistischen Jugoslawiens 1945 wurde Slowenisch – neben Mazedonisch und Serbokroatisch mit seinen beiden Schriftvarianten Kroatisch und Serbisch – erstmals zu einer gleichberechtigten Staatssprache. Seit der Unabhängigkeit Sloweniens 1991 ist es dessen alleinige Amtssprache.

4. Geographische Verteilung und offizieller Status
Ungefähr zwei Millionen Menschen in Slowenien sprechen Slowenisch als Muttersprache, wo sie ebenfalls Amtssprache ist. Seit dem 1. Mai 2004 ist Slowenisch auch eine der Amtssprachen in der Europäischen Union. Darüber hinaus wird es noch in Teilen Österreichs, insbesondere in Kärnten Kärntner Slowenen und in Italien sowie in Teilen Westungarns Komitat Vas als Muttersprache gesprochen.
Im Census 2001 in Österreich gaben rund 18.000 Menschen Slowenisch als Muttersprache an.
Eine Besonderheit ist das Resianische, ein slowenischer Dialekt in Friaul, der eine eigene Schriftsprache entwickelt hat.

4.1. Geographische Verteilung und offizieller Status Dialekte und Soziolekte
Da das slowenische Sprachgebiet durch die Jahrhunderte selten eine politische Einheit bildete und darüber hinaus die verschiedenen Täler bzw. Regionen durch die gebirgige Topographie voneinander isoliert waren, bildeten sich zahlreiche sehr unterschiedliche Mundarten heraus. Diese lassen sich in sieben Gruppen zusammenfassen.
Kärntner Slowenisch
slowenisch: Koroško
Der Kärntner Mundartenzweig des Slowenischen greift über die heutigen Grenzen Kärntens hinaus. Er wird auf dem Gebiet des bis 1918 existierenden Herzogtums Kärnten gesprochen. Zusätzlich ist das kärntnerisch-slowenische in der Gemeinde Rateče Ratschach, einem Ort der Oberkrain Gorenjska, sowie im untersteirischen Drautal verbreitet.
Es lässt sich gliedern in
Gailtaler Slowenisch Zilja
Rosentaler Slowenisch Rož
Jauntaler Slowenisch Podjuna
Steirer Slowenisch
slow. štajersko
Oberkrainerisch
slow. gorenjsko
Unterkrainerisch
slow. dolenjsko
Primorsko
In der Primorska, dem Küstenland
Prekmurščina
Im Prekmurje Übermurgebiet
Rovtarsko Prleško
In der Region Prlekija in der slowenischen Steiermark
Für die geographische Ausdehnung der verschiedenen Dialekträume siehe: Karte der slowenischen Mundarten

5.1. Phonetik und Phonologie Vokale
Nach der traditionellen Beschreibung war Vokallänge im Slowenischen phonologisch distinktiv, d. h. bedeutungsunterscheidend. Nach dieser Beschreibung hatte Slowenisch die Vokale /a, /i, /u, /ɛ/ und /ɔ/ – jeweils lang und kurz, sowie /eː/ und /oː/ – nur lang und /ə/ – nur kurz.
Nach neueren Analysen ist für die Mehrheit der Sprecher die Vokallänge nicht mehr phonologisch distinktiv, und nach der derzeit gängigen Analyse sind betonte Vokale lang und unbetonte kurz. Alle Vokale können betont und unbetont vorkommen, doch unbetontes /e/ und /o/ kommen nur in wenigen Wortformen vor zum Beispiel in bo "wird", ein Hilfsverb zur Bildung des Futurs.

5.2. Phonetik und Phonologie Konsonanten
Alle stimmhaften Obstruenten werden am Wortende sowie vor stimmlosen Obstruenten völlig entsonorisiert, ähnlich wie bei der Auslautverhärtung, d. h., sie werden stimmlos, außer sie werden unmittelbar von einem Wort gefolgt, das mit einem Vokal oder einem stimmhaften Konsonanten beginnt.
slad
Die Präposition v "in" wird stets mit dem nachfolgenden Wort verbunden und ihre phonetische Realisierung folgt den oben beschriebenen Regeln für /⁠ʋ⁠/ .

5.3. Phonetik und Phonologie Darstellung ohne Töne
Nach den meisten modernen Beschreibungen des Slowenischen handelt es sich nicht um eine Tonsprache, es werden nur Vokallänge und Betonung unterschieden. Dieses System wird auch an slowenischen Schulen und Hochschulen unterrichtet. Historisch betrachtet ist diese Variante innovativ und beruht auf den Entwicklungstendenzen der Randdialekte.
Jeder lange Vokal wird automatisch betont, und in Wörtern ohne Langvokale fällt die Betonung auf die letzte Silbe. Die einzige Ausnahme ist das Schwa, das immer kurz ist, und auch dann betont werden kann, wenn es nicht in der letzten Silbe auftritt. Die Betonung kann auf jede Silbe des Wortes fallen. Einige zusammengesetzte Wörter haben mehrere betonte Silben.
Im Allgemeinen wird die Betonung und die Vokallänge in der geschriebenen Sprache nicht gekennzeichnet. In wissenschaftlichen Darstellungen, Wörterbüchern u. ä. werden zur Kennzeichnung der Betonung drei Diakritika verwendet: der Akut ´ für lange geschlossene Vokale, der Zirkumflex ^ für lange offene und der Gravis ` für kurze offene Vokale:

5.4. Phonetik und Phonologie Darstellung als Tonsprache
In älteren Beschreibungen wird Slowenisch meist so wie Serbokroatisch als Tonsprache dargestellt. Dieses System ist das konservativere und beruht auf den zentralen Dialekten, wozu u. a. Ljubljana gehört, aber auch das Kärntner Slowenisch. Selbst Gebildeten sind die Tonunterschiede jedoch meist nicht bewusst. Im Gegensatz zum Serbokroatischen gibt es im Slowenischen auch in einsilbigen Wörtern Tonunterschiede.
Zur Kennzeichnung der Töne werden vier Diakritika verwendet: der Akut ´ für lange und hohe Silben, der umgekehrte Brevis ̑ bzw. der Zirkumflex ^ für lange fallende Silben, der Gravis ` für kurzes steigendes Schwa und der doppelte Gravis ̏ für kurze fallende Silben. Geschlossenes /e/ und /o/ werden zusätzlich mit einem daruntergesetzten Punkt ̣ markiert, um sie von den offenen /ɛ/ und /ɔ/ zu unterscheiden.

6. Grammatik
Slowenisch ist eine flektierende Sprache. Die Beziehung des Wortes zum Satz wird hauptsächlich durch Flexion ausgedrückt. Daraus ergibt sich eine sehr freie Satzstellung. Üblich ist jedoch, wie im Deutschen, die Reihenfolge Subjekt-Prädikat-Objekt.
Als Besonderheit existiert neben Singular und Plural der Dual Zweizahl, dvojina für Nomina und Verben. Diese Form wurde in fast allen anderen slawischen und indogermanischen Sprachen zugunsten der Pluralform aufgegeben. Beispiele: "grem" ich gehe, "greva" wir zwei gehen, "gremo" wir alle gehen oder "klobuk" ein Hut, "klobuka" zwei Hüte oder "klobuki" mehr als zwei Hüte. Umgangssprachlich und dialektal wird der Dual zugunsten des Plurals manchmal vernachlässigt.

6.1. Grammatik Nomen
Nomen werden durch Deklination markiert nach Fall, Zahl und Geschlecht. Diese drei Eigenschaften werden gemeinsam durch eine entsprechende Endung ausgedrückt, die meist einsilbig, jedoch manchmal auch zweisilbig ist, eine Nullendung ist ebenfalls möglich.

6.2. Grammatik Fälle
Im Slowenischen sind von den acht urindogermanischen Fällen sechs erhalten:
Instrumental Orodnik
Dativ Dajalnik
Akkusativ Tožilnik
Nominativ Imenovalnik
Genitiv Rodilnik
Lokativ Mestnik

6.3. Grammatik Geschlechter
Wie im Deutschen gibt es die grammatischen Geschlechter Maskulin männlich, Feminin weiblich, und Neutrum sächlich, die oft nicht mit dem natürlichen Geschlecht übereinstimmen.

6.4. Grammatik Deklinationen
Es gibt elf Deklinationen mit bedeutenden Ausnahmen:
4. männliche Deklination männliche substantivierte Adjektive, z. B. odgovorni Verantwortlicher
1. männliche Deklination, z. B. korak Schritt
3. männliche Deklination männliche Initialwörter, z. B. OPEC
2. männliche Deklination männliche Nomen auf -a, z. B. vojvoda Herzog
1. weibliche Deklination Nomen auf -a, z. B. lipa Linde
4. weibliche Deklination weibliche substantivierte Adjektive, z. B. odgovorna Verantwortliche
3. weibliche Deklination weibliche Initialwörter, z. B. ZRJ Bundesrepublik Jugoslawien
2. weibliche Deklination, z. B. perut Flügel
3. sächliche Deklination sächliche substantivierte Verben, z. B. jesti Essen
4. sächliche Deklination sächliche substantivierte Adjektive, z. B. belo Weiß
1. sächliche Deklination, z. B. mesto Stadt
Es gibt keine zweite sächliche Deklination. Die angegebenen Beispiele sind die Musterwörter für jene Deklination.
Beispiel für die 1. Deklination: klobuk Hut

6.5. Grammatik Adjektiv
Das Adjektiv steht unmittelbar vor dem Substantiv, auf das es sich bezieht und stimmt mit ihm in Fall, Zahl und Geschlecht überein. Die Adjektivdeklination unterscheidet sich geringfügig von der Substantive. Zudem unterscheidet das Slowenische bei manchen Adjektiven in der maskulinen Form des Nominativs zwischen bestimmten und unbestimmten Formen. Diese Verwendung entspricht ungefähr jener des unbestimmten und bestimmten Artikels im Deutschen: nov avto neues Auto, unbestimmt vs. novi avto das neue Auto, bestimmt). In der Umgangssprache werden die bestimmten und unbestimmten Formen durch das Zahlwort en, ena, eno + unbestimmte Form ein, eine bzw. die Partikel ta + unbestimmte Form dieser ersetzt, die wie Artikel fungieren.

6.6. Grammatik Verb
Im Slowenischen gibt es die Zeitformen:
Gegenwart
Zukunft
Vorvergangenheit
Vergangenheit
Wegen der Ähnlichkeit in der Bildung sei in diesem Zusammenhang auch der Konjunktiv erwähnt.
Um Abgeschlossenheit beziehungsweise Dauerhaftigkeit auszudrücken, bedient sich das Slowenische, ähnlich wie das Russische und andere slawische Sprachen, der Aspekttrennung. Dies erklärt, warum das Slowenische nur drei Zeiten benötigt, im Gegensatz zum Deutschen oder gar Englischen, wo die Wahl der Zeitform ein wichtiges Stilmittel ist.

7. Wortschatz
Der Großteil des slowenischen Wortschatzes sind Erbwörter aus dem Altslawischen. Darüber hinaus hat das Slowenische, wie die meisten Sprachen Europas, zahlreiche Fremdwörter aus anderen Sprachen entlehnt, teilweise über das Deutsche oder andere vermittelnde Sprachen:
Cona aus griech. ζώνη)
Griechisch
Kronologija über deutsch Chronologie, vgl. dagegen serb. und russ. hronologija bzw. хронология aus griech. χρονολογία
Latein
Cesar von caesar: Kaiser
Literatura daneben mit engerer Bedeutung književnost
Bazen mit Endbetonung, von bassin: Becken, Schwimmbecken
Französisch
Amortizer mit Endbetonung, von amortisseur: Stoßdämpfer
Violončelo: Violoncello
Špageti: Spaghetti
Italienisch
Deutsch
Kreg umgangssprachlich von Krieg: Streit
Knof: Knopf
Deka: Decke
Nagelj: Nelke Gewürznagel
Špura: Spur
Ksiht: Gesicht
Šina: Schiene
Mušter: Muster
Glih: gleich
Pir: Bier
Luster: Luster
Krompir von Grundbirn: Kartoffel Erdapfel
Poden: Boden
miting von meeting
Englisch
Šport: Sport über Deutsch Sport
Kombajn von combine harvester: Mähdrescher
In der Umgangssprache gibt es zahlreiche deutsche Lehnwörter, deren Gebrauch in der Schriftsprache vermieden wird, beispielsweise lojtra = lestev für Leiter, štenge = stopnice für Stiegen Treppe, ravfank = dimnik für Rauchfang, Schornstein, aber auch neuere wie šravfenciger = izvijač für Schraubenzieher oder avspuh = izpušna cev für Auspuff.
Das Deutsche hat aus dem Slowenischen übernommen:
Jause von južina ; Dieses Wort kann aber auch aus dem Serbischen/Kroatischen/Bosnischen ins Deutsche aufgenommen worden sein.
Ponor Schluckloch; Dieses Wort kann aber auch aus dem Serbischen/Kroatischen/Bosnischen ins Deutsche aufgenommen worden sein.
Doline von dolina das Tal; Dieses Wort kann aber auch aus dem Serbischen/Kroatischen/Bosnischen ins Deutsche aufgenommen worden sein.
Polje das Feld; Dieses Wort kann aber auch aus dem Serbischen/Kroatischen/Bosnischen ins Deutsche aufgenommen worden sein.
Kren von hren.
Daneben sind ins Kärntnerische einige slowenische Wörter eingegangen.
"Tschreapm" "Porzellangefäß", von "črpina" "Scherbe"
"Tscheafl" "alter Schuh", von "čevelj" "Schuh"
die Einleitung einer Frage mit "a" a vastehst mi? a kummst heit?: im Slowenischen werden Fragesätze, die ein "ja" oder "nein" als Antwort verlangen, mit der unübersetzbaren Fragepartikel "ali" umgangssprachlich verkürzt zu "a" eingeleitet.
"zwüln" "schreien", von "cviliti"
"Strankalan" "grüne Bohnen", von altslowen. "štrok"

8.1. Schrift Alphabet
Das slowenische basiert auf dem lateinischen Alphabet und weist die folgenden Buchstaben auf:
A, B, C, Č, D, E, F, G, H, I, J, K, L, M, N, O, P, R, S, Š, T, U, V, Z, Ž
Die Buchstaben Q, W, X, Y werden nur in fremdsprachigen Eigennamen und manchmal in Fremdwörtern verwendet. In der Regel werden Fremd- und Lehnwörter jedoch an die slowenische Schreibweise angepasst.

8.2. Schrift Aussprache
Slowenisch wird in Lateinschrift geschrieben, und die Ausspracheregeln sind in ihrer Schlichtheit mit Italienisch oder Latein vergleichbar.
Eine Schwierigkeit besteht darin, dass das Slowenische über einen freien Akzent verfügt, der sich auch in der Schreibung nicht niederschlägt. Dasselbe gilt für die unterschiedlichen Aussprachemöglichkeiten betonter Vokale, besonders des e und o.
Einige wichtige Unterschiede zum Deutschen in der Aussprache:
s wie deutsches ß in "groß"
č wie deutsches tsch in "klatschen"
h wie deutsches ch in "Dach"
š wie deutsches sch in "schade"
Die verschiedenen Aussprachevarianten der Vokale werden nicht orthographisch wiedergegeben.
u und i sind immer geschlossen, können aber, ebenso wie a, kurz oder lang sein.
o kann offen oder geschlossen, außerdem kurz oder lang gesprochen werden, und alle Arten können betont sein.
ž wie französisches g in "Garage"
l wird am Silbenende bzw. zwischen Vokal und Konsonant oft wie u gesprochen. Es gibt hier keine feste Regel, jedoch wird es in den männlichen Vergangenheitsformen z. B. "bil", "stal" immer wie u, in Fremdwörtern z. B. "kabel" oder "admiral" immer wie l gesprochen.
c wie deutsches z in "zeigen" niemals k!
v wie deutsches w in "wohnen", am Silbenende, am Satzanfang vor Konsonant bzw. zwischen Vokal und Konsonant wie u
z, stimmhaftes s, wie in Deutschland nicht aber in Österreich s in "sagen", wie im Englischen "zero" niemals ts!
e kann offen wie ä oder geschlossen, außerdem kurz oder lang, oder auch als Schwa e in "Blume" gesprochen werden, und alle Arten können betont sein.
Die Buchstabenkombinationen lj und nj werden im modernen Standardslowenischen als deutsches "w" mit folgendem Schwa.
Die Präpositionen v, z/s und k/h sind Klitika, die mit dem nachfolgenden Nomen als ein Wort gesprochen werden. Umgangssprachlich ist allerdings oft ein Schwa und folgender stimmloser glottaler Plosiv zu hören glottal stop, im Deutschen allgemein üblich.