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ⓘ Glottaltheorie. Laut der Glottaltheorie hatte die Indogermanische Ursprache anstelle der stimmhaften Plosive b d g der klassischen Rekonstruktion die Ejektive p ..



                                     

ⓘ Glottaltheorie

Laut der Glottaltheorie hatte die Indogermanische Ursprache anstelle der stimmhaften Plosive b d g der klassischen Rekonstruktion die Ejektive p’ t’ k’.

Ein Vorgänger dieser Theorie wurde vom dänischen Linguisten Holger Pedersen vorgeschlagen, enthielt jedoch keine glottalisierten Laute. Auch wenn Linguisten wie André Martinet und Morris Swadesh früh das Potential erkannten, das mit der Ersetzung der unaspirierten stimmhaften Verschlusslaute durch glottalisierte Laute verbunden war, blieb dieser Vorschlag rein spekulativ, bis 1973 stichhaltige Beweise gleichzeitig und unabhängig voneinander von Paul Hopper USA in der Zeitschrift "Glossa" und von Tamaz Gamkrelidze und Wjatscheslaw Iwanow UdSSR in der Zeitschrift "Phonetica" veröffentlicht wurden.

                                     

1. Traditionelle Rekonstruktion

Die traditionelle Rekonstruktion des Indogermanischen beinhaltet die folgenden Plosive:

​/⁠b⁠/​ steht in Klammern, da es allenfalls äußerst selten war, wenn nicht gar inexistent.

                                     

2.1. Einwände Überarbeiteter Vorschlag

Einer der gegen die Glottaltheorie erhobenen Einwände ist, dass die stimmhaften Plosive in manchen Tochtersprachen stimmlos sind: stimmlos im Tocharischen und Anatolischen, Aspirata, später Frikative im Griechischen und Italischen. Während Aspirata recht häufig zu Tenuis und dann stimmhaft werden, wie pʰ → p → b, ist das Gegenteil selten siehe Lenition. Daher haben jüngere Versionen der Glottaltheorie überhaupt keine stimmhaften Konsonanten mehr, oder sehen Stimmhaftigkeit als Allophone an, also als nicht bedeutungsunterscheidend. Ein derartiges Lautinventar ist:

Hier wird das Verhältnis des traditionellen palatalisierten zum normalen Velar als Velar-Uvular-Kontrast dargestellt, wie von Hopper 1981 vorgeschlagen. Dies ist kein notwendiger Aspekt der Glottaltheorie und könnte in einem früheren Stadium der Ursprache allophonisch gewesen sein.

                                     

2.2. Einwände Momentaner Status

Nachdem die Glottaltheorie in den 1980ern erheblichen Anklang gefunden hatte, scheint ihr Anklang Akzeptanz derzeit wieder rückläufig. Sie wird zur Zeit außer von Gamkrelidze selbst z. B. noch von Bomhard zuletzt 2007 vertreten. Dagegen haben sich andere ehemalige Vertreter, wie bspw. Theo Vennemann, in letzter Zeit von ihr abgewendet.

In deutschen Standardwerken, wie z. B. Mayrhofer 2004 wurde sie neutral mit beschrieben, erhielt jedoch in Meier-Brügger 2010 nur noch einen kurzen Absatz.

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