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ⓘ Joseph Hyrtl. Hyrtl wurde in Eisenstadt im damaligen Ungarn geboren. Er begann seine medizinischen Studien in Wien 1831. Sein Vater war Oboist in der Fürstlich ..

Joseph Hyrtl
                                     

ⓘ Joseph Hyrtl

Hyrtl wurde in Eisenstadt im damaligen Ungarn geboren. Er begann seine medizinischen Studien in Wien 1831. Sein Vater war Oboist in der Fürstlich Esterhazyschen Hofkapelle in Eisenstadt. Hyrtl kam vorerst als Sängerknabe nach Wien. Da seine Eltern nicht sehr bemittelt waren, musste er Geldmittel für die medizinische Ausbildung finden.

Während er Medizinstudent war, erregte er die Aufmerksamkeit von Professoren und Studenten und wurde 1833 zum Prosektor der Anatomie ernannt. 1835 erfolgte seine Promotion. Er wurde Assistent von Joseph Julius Czermak und später auch Museumsdirektor. Er gab Kurse in Anatomie für Studenten und in Praktischer Anatomie für Physiologen.

1837 wurde er mit 26 Jahren ordentlicher Professor für Anatomie an der Karls-Universität Prag. Dort war er sehr angesehen und schrieb auch Bücher, die in viele Sprachen übersetzt wurden. 1845 ging er als Ordinarius für Anatomie nach Wien. Fünf Jahre später schrieb er das Handbuch Topographischer Anatomie, das weltweit zu einem der wichtigsten Lehrbücher an medizinischen Schulen wurde. 1850 begründete er in Wien das Museum für vergleichende Anatomie. Auch das von Gerard van Swieten im Jahr 1745 gegründete Museum für menschliche Anatomie baute er aus. Viele anatomische Museen weltweit versorgte er mit Präparaten, die er unter Anwendung von Korrosions- und Injektionstechniken gewann.

Im Jahr 1856 wurde Hyrtl zum Mitglied der Leopoldina und 1859 zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt. 1860 wurde er in die American Philosophical Society aufgenommen. 1864 wurde er anlässlich des 500-jährigen Bestehens der Wiener Universität zum Rektor ernannt, weil er die Universität als berühmtester Professor vertreten sollte. Seine Inaugurationsrede über Die materialistische Weltanschauung unserer Zeit erregte großes Aufsehen. Seit 15. Jänner 1857 war er korrespondierendes Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften. Im Dezember 1859 wurde er als korrespondierendes Mitglied in die Russische Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg aufgenommen.

In den 1860er Jahren lernte er die deutsche Dichterin Auguste Maria Conrad, geb. Freifrau von Gaffron-Oberstradam kennen. Sie bezeichnete sich 1869, als er in Perchtoldsdorf eine Villa erwarb, bereits als seine Frau, obwohl sie damals noch mit Conrad verheiratet war. Erst nach dem Tod Conrads konnten die beiden im Jahr 1870 in Wien-Alsergrund heiraten.

Im Jahr 1874 legte er wegen zunehmender Sehschwäche sein Lehramt nieder und zog sich mit seiner Frau in das Haus in Perchtoldsdorf zurück. Im Südturm der Burg Perchtoldsdorf richtete er sich ein Studierzimmer ein. Dort setzte er aber seine Forschungstätigkeit bis zu seinem Tod fort. Hyrtls Nachdfolger wurde Karl Langer.

Der Universität schenkte er einen Geldbetrag von 40000 Gulden, aus dessen Zinsertrag pro Jahr vier Studenten unterstützt werden sollten. Hyrtl und seine Familie pflegten in Wien den Göttinger Prosektor Ludwik Teichmann als dieser an Typhus erkrankt war und Hyrtl unterstützte ihn bei dessen weiterer Karriere als Anatom und Physiologe.

Am 5. Dezember 1890 ernannte die Gesellschaft der Ärzte in Wien Joseph Hyrtl zum Ehrenmitglied.

Am 17. Juli 1894 wurde er tot in seinem Bett gefunden. Sein Vermögen hatte er wohltätigen Zwecken zukommen lassen, so wurden in Mödling in Niederösterreich eine Kirche und das Waisenhaus, das in der Folge auch seinen Namen trug, errichtet. Einen Teil seines Vermögens hatte er einer Kinderbewahranstalt in Perchtoldsdorf vermacht. Seine mitfühlende Natur kommt auch in der Anekdote zum Ausdruck: Ein Mediziner wollte entdeckt haben, dass Kaninchen auch ganz ohne Nahrungs-Aufnahme an Gewicht zunehmen können. Als man die Sache aber näher untersuchte, kam auf, dass Hyrtl die Tiere aus Mitleid immer am Morgen heimlich gefüttert hatte.

Sein Bruder Jakob Hyrtl 1799–1868 war ein bekannter Wiener Kupferstecher, der den angeblichen Schädel Mozarts seinem Bruder Josef vermachte. Josef Hyrtl untersuchte den Schädel und vermachte ihn seinerseits der Stadt Salzburg.

Begraben ist Joseph Hyrtl in einem Ehrengrab des Perchtoldsdorfer Friedhofs Gruft R 89-91. In Wien-Ottakring 16. Bezirk wurde die Hyrtlgasse nach ihm benannt.

Er war Ehrenmitglied des Akademischen Lesevereins in Wien und der Lese- und Redehalle der deutschen Studenten in Prag.

                                     

1. Schriften

  • Lehrbuch der Anatomie des Menschen. Prag 1846.
  • Handbuch der Zergliederungskunst. Wien 1860.
  • Onomatologia anatomica. Geschichte und Kritik der anatomischen Sprache der Gegenwart. Wien 1880; Neudruck, mit einem Vorwort von Karl-Heinz Weimann, Hildesheim und New York 1970.
  • Lepidosiren paradoxa. Monographie. Friedrich Ehrlich, Prag 1845.
  • Handbuch der topographischen Anatomie. Wien 1847 weitere Aufl. 1853.
  • Das Arabische und Hebräische in der Anatomie. Wien 1879; Neudruck Wiesbaden 1966.
  • Vergleichend-anatomische Untersuchungen über das innere Gehörorgan des Menschen und der Säugethiere. Friedrich Ehrlich, Prag 1845.
  • Die Corrosions-Anatomie und ihre Ergebnisse. Wien 1873.
  • Die alten deutschen Kunstworte der Anatomie. Wien 1884; Neudruck München 1966.
                                     

2. Stiftung

Hyrtl stiftete anlässlich seines Todes ein beträchtliches Vermögen an Waisen und Bedürftige mit den Stiftungsbriefen aus den Jahren 1888 und 1892. Der größte Teil der Stiftung, der auch schon vor seinem Tod zum Tragen kam, floss in den Bau des Hyrtlschen Waisenhauses in Mödling. Aber auch weitere Liegenschaften in Mödling und eine in Perchtoldsdorf gehören zum Stiftungsvermögen. Die Stiftung wurde vom Land Niederösterreich übernommen und seither verwaltet und auch vom NÖ Landesrechnungshof geprüft.

Ziel der Stiftung war und ist es, Waisen und Bedürftige mit österreichischer Staatsbürgerschaft, die in einer niederösterreichischen Gemeinde wohnen, vorwiegend aus dem Raum Mödling, zu unterstützen.

Ein Teil seiner Bibliothek befindet sich im Thonetschlössl mit dem darin beheimateten Heimatmuseum Mödling. Darunter befinden sich Werke wie der Opus chirurgicum von Paracelsus, die im Internet abrufbar sind.

                                     
  • deutsch - österreichische Lyrikerin Jakob Hyrtl 1799 1868 österreichischer Kupferstecher Joseph Hyrtl 1810 1894 österreichisch - ungarischer Anatom
  • Sehnal erbaut. Die Finanzierung war möglich, da der bekannte Anatom Josef Hyrtl sein Vermögen für den Bau stiftete. Die erhaltenen und restaurierten Gebäude
  • 34 - 39, P 11 - 12, V 6, C 15. 7 dünne Branchiostegalradien. 66 - 69 Wirbel. Joseph Hyrtl lieferte 1854 eine immer noch lesenswerte Anatomie des Fisches. Auch
  • Museum angeschafft. Einen weiteren groSen Teil macht die Bibliothek von Joseph Hyrtl darunter Ausgaben von Paracelsus oder Johannes Wesling. Diese wurden
  • Tondichters Joseph Weigl und des Anatomen Joseph Hyrtl Das Haus Esterházy hatte das Gebäude in der Nutzung eines Musikerwohnhauses und Joseph Haydn hielt
  • Intendant Direktor des Museums. Steindachner war auch Schüler beim Joseph Hyrtl Erste Sammelreisen führten Steindachner nach Spanien, Portugal, auf
  • Nachdem er bereits in seiner Studienzeit Demonstrator bei dem Anatomen Joseph Hyrtl war, machte ihn Carl von Rokitansky zu seinem Assistenten. 1873 habilitierte
  • Herrlinger. 26. Auflage. Verlag von J. F. Bergmann, München 1962, S. 75. Joseph Hyrtl Onomatologia anatomica. Geschichte und Kritik der anatomischen Sprache
  •  a. bei Josef von Škoda und wurde 1870 auf Empfehlung seines Lehrers Joseph Hyrtl Prosektor im Athenäum in Amsterdam. Ab 1873 arbeitete er in Wien als
  • Hrsg. Dictionary of Scientific Biography. Band 6: Jean Hachette Joseph Hyrtl Charles Scribner s Sons, New York 1972, S. 410 418. Hippokrates von
  • Ausgewählte Porträts Paul II. Anton Esterházy de Galantha Josef Hyrtl Akiba Eger Joseph Weigl Moriz Benedikt Matthias Klaus Nikolaus Berlakovich Thomas
                                     
  • Tod Josef Hyrtls in Form einer von Heinrich Jauner geschaffenen Medaille. Neben dem Porträt Hyrtls wurde auf ausdrücklichen Wunsch Hyrtls auch Schöffel
  • statt. Zu seinen Bekannten zählten Chang und Eng Bunker, Louis Agassiz, Joseph Hyrtl Martin van Buren Bates und Anna Swan. George C. Bompas: Life of Frank
  • spüren sie die genauen Luftbewegungen an ihren Federn und am Schnabel. Joseph Hyrtl Vergleichend - anatomische Untersuchungen über das innere Gehörorgan des
  • Jean HACHETTE Joseph HYRTL 1972 Volume VII: IAMBLICHUS Karl LANDSTEINER, 1973 Volume VIII: Jonathan Homer LANE Pierre Joseph MACQUER, 1973 Volume
  • Hrsg. Dictionary of Scientific Biography. Band 6: Jean Hachette Joseph Hyrtl Charles Scribner s Sons, New York 1972, S. 472 474. Wikisource: Otto
  • Skeletal Radiology. 40, 2011, S. 937 941, doi: 10.1007 s00256 - 011 - 1154 - y. Joseph Hyrtl Über die Trochlearfortsätze der menschlichen Knochen : Aus d. XVIII
  • Hatschek, Eduard Suess, Oleh Hornykiewicz, Wilhelm Kress, Marietta Blau, Joseph Hyrtl Wolfgang Schleidt, Walter Thirring und Hans Tuppy. Gemeinsam mit Christian
  • von 7.000 Gulden trug zur Gänze der Anatom und Wahl - Perchtoldsdorfer Joseph Hyrtl Bei der Sanierung 1987 78 wurden die vier am meisten gefährdeten Heiligenskulpturen
  • Zahnfleisch  Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen Joseph Hyrtl Die alten deutschen Kunstworte der Anatomie. Braumüller, Wien 1884
  • in Wien führte ihn zum Anatom Joseph Berres, sein zweiter Aufenthalt von 1852 bis 1854 dann zu den Professoren Josef Hyrtl und Ernst Brücke. Bei letzterem
  • Jahr 1871 wurde der Südturm wieder hergerichtet und seine Räume von Joseph Hyrtl zu einer Arbeitsstätte umgewidmet. Nach seinem Tod befand sich hier einige
                                     
  • berühmte Lehrer wie Joseph Hyrtl Anatomie Ernst Wilhelm von Brücke Physiologie Karl von Rokitansky Pathologische Anatomie Joseph Škoda und Johann
  • 1998. Die Landschaft um Perchtoldsdorf. Die Wahlheimat des Anatomen Joseph Hyrtl In: Festschrift anlässlich der Eröffnung des Hyrtlmuseums in Perchtoldsdorf
  • der für Wien prägenden medizinischen Wissenschaftler wie dem Anatom Joseph Hyrtl 1810 1894 dem Pathologe Carl von Rokitansky 1804 1878 dem Internisten
  • Hrsg. Dictionary of Scientific Biography. Band 6: Jean Hachette Joseph Hyrtl Charles Scribner s Sons, New York 1972, S. 375 376. Isaac Asimov: Biographische
  • Trousseau 1801 1867 wurde. AnschlieSend ging nach Prag und Wien, wo er mit Joseph Hyrtl 1810 1894 arbeitete. 1853 kehrte Da Costa nach Philadelphia zurück
  • Wegweisend für derartige Verfahren waren die Mediziner Jan Swammerdam, Joseph Hyrtl Ludwik Teichmann und Johann Nathanael Lieberkühn. Diese Verfahren ermöglichen
  • österreichisch - ungarischer Diplomat Siehe auch: Palais Apponyi Jacob A. F. Hyrtl Die fürstlichen, gräflichen und freiherrlichen Familien des österreichischen
  • Persönlichkeiten aus Österreich - Ungarn wie Eduard von Bauernfeld, Hellmesberger, Josef Hyrtl Franz Liszt, Carl von Rokitansky, Johann Strauss usw. Auch historische

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